Hummeln füttern im Frühjahr

Im Frühjahr findet man häufig schwache Hummeln, die man einfach mit einem Löffel Zuckerwasser füttern kann.

Wer eine schwache Hummel sieht, kann sie mit etwas Zuckerwasser auf einem Löffel füttern. Foto: Christian Kaehler -stock.adobe.com
Wer eine schwache Hummel sieht, kann sie mit etwas Zuckerwasser auf einem Löffel füttern. Foto: Christian Kaehler – stock.adobe.com

Im Frühjahr findet man oft schwache Hummeln. Normalerweise ernähren sie sich nach dem Winter vom Nektar der ersten Blüten. Wenn das Wetter schlecht ist oder es die Pflanzen zu trocken haben und kaum Nektar spenden, finden sie in der Natur aber keine Nahrung. Dann kann man die Hummel füttern. So geht’s:

  • Zuckerwasser anmischen: Einen Teelöffel zur Hälfte mit Zucker (normaler Haushaltszucker) füllen und anschließend mit etwas warmem Wasser auflösen.
  • Hummel füttern: Den Löffel der Hummel anbieten. Wenn sie Hunger hat, saugt sie mit ihrem Rüssel einen Teil des Zuckerwassers auf.

So überwintern Hummeln: Nur die Königin überlebt

Die Biene überwintert in einer Winterkugel mit etwa 10.000 Bienen – bei der Hummel ist das anders. Hier überlebt nur die Königin den Winter. Wenn ihr also im Frühjahr eine Hummel seht, handelt es sich immer um eine Königin. Diese Hummelkönigin baut dann im Frühjahr ein neues Volk auf: Zuerst sucht sie einen geeigneten Nistplatz, dann baut sie Waben und legt darin Brut an. Diese füttert sie anschließend mit Blütenpollen. Die Hummeln nisten gerne in Totholz, Steinhaufen oder Erdlöchern. Wer ihnen helfen will, kann also etwas Unordnung im Garten lassen und insektenfreundliche Blühflächen anpflanzen. Wenn man im Frühjahr eine einzige Hummel rettet, rettet man also ein ganzes Hummelvolk.

Bienen und Hummeln keinesfalls offen füttern

Man sollte allerdings nur einzelne Hummeln oder Bienen mit einem Löffelchen füttern – nie eine Futterstelle mit Zuckerwasser oder Honig im Garten einrichten! Das ist zwar oft gut gemeint, kann aus zwei Gründen aber fatale Folgen haben:

  • Räuberei: Wenn Bienen das Futter finden, informieren sie die anderen Bienen in ihrem Volk. Diese können dann zu Hunderten anfliegen und suchen nach noch mehr Futter. Imker nennen dieses Verhalten Räuberei. Räubern die Bienen erst einmal, sind sie kaum mehr zu bändigen und stürzen sich auf alle Futterquellen in der Nähe.
  • Krankheiten: Honig aus dem Ausland enthält oft Sporen der Amerikanischen Faulbrut (AFB). Diese sind für uns Menschen unbedenklich, bei Bienen können sie allerdings eine ansteckende Brutkrankheit auslösen. Die Amerikanische Faulbrut ist eine der schlimmsten Bienenseuchen: Häufig müssen Imker ihre Völker abtöten und Material ihrer Imkerei verbrennen, wenn sie mit den AFB-Sporen in Kontakt kamen.

Mehr Informationen zu Insekten: NABU – Insekten und Spinnen

bbu/07.04.2020

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