Imkern im Oktober: Tipps fürs Einwintern

Der Winter steht bevor. Der Oktober ist daher der letzte Monat, um die Bienen nochmal zu checken. So können sie den Winter gut überstehen.

Zur Einwinterung müssen Mäusegitter angebracht werden: Sie schützen die Bienen vor Mäusen. Foto: Wolfgang Ritter
Zur Einwinterung müssen Mäusegitter oder Keile angebracht werden: Sie schützen die Bienen vor Mäusen. Foto: Wolfgang Ritter

Viele Imker haben ihre Bienen schon im September winterfest gemacht. Wer nicht dazu kommt, kann auch im Oktober noch letzte Vorbereitungen für den Winter treffen.

Die wichtigsten Arbeiten zur Einwinterung:

  • Futter kontrollieren
  • Schwache Völker vereinen
  • Varroa-Befall checken
  • Bienen vor Mäusen und Spechten schützen

Winterfutter vor dem Einwintern kontrollieren

Obwohl alle Völker im Sommer gleich viel Futter bekommen haben, gibt es jetzt häufig Unterschiede. Der Grund: Starke Völker räubern bei schwächeren. Man spricht von stiller Räuberei. Zweizargige Völker sollten nun etwa 20 Kilogramm Futter (ca. 12 volle Futterwaben), einzargige Völker 15 Kilogramm Futter (ca. 8 volle Futterwaben) haben. Mit Sirup oder dickem Zuckerwasser (3:2 oder 2:1) kann noch nachfüttern werden. Über eine Futtertasche nah am Bienensitz nehmen die Bienen kleine Futtermengen auch noch zu dieser Jahreszeit ab. Alternativ kann man natürlich auch Futterwaben zuhängen.

Nur starke Völker einwintern

Oft findet man jetzt noch schwache oder weisellose Völker, die den Winter nicht überleben würden. Diese Völker sollte man nicht einwintern, sondern lieber vereinen. Da die Bienen sich im Oktober keine Königin mehr nachziehen können, nehmen sie andere Königinnen nun an, ohne sie abzustechen. Einzarger können einfach mit Zeitungspapier aufeinandergesetzt werden. Dabei sollte man mehrere Löcher in die Zeitung stechen, damit sich die Bienen nicht zu schnell, sondern nach und nach vermischen. Bei Großraumbeuten kann man das aufzulösende Volk bei mildem, trockenen Wetter auch vor einem anderen abkehren. Die Arbeiterinnen werden aufgenommen, die schwache Königin am Flugloch abgestochen.

Varroa-Fall prüfen und notfalls behandeln

Anfang Oktober legt man eine letzte Windel zur Varroa-Diagnose in die Völker ein. Eigentlich sollten nur noch wenige Milben in den Stöcken sein, doch es gibt oftmals einzelne Ausreißer, bei denen noch viele Milben fallen. Faustregel: Innerhalb von drei Tagen sollten es nicht mehr als drei Milben sein. Behandeln kann man bei warmem Wetter mit Ameisensäure im Nassenheider Professional Verdunster. Sind die Völker schon brutfrei, kann auch mit Oxuvar gesprüht werden. Jetzt sollte man auch schon an die Winterbehandlung mit Oxalsäure denken. Ist es im Herbst längere Zeit kalt, sind die Völker Ende November in der Regel brutfrei.

An Mäusegitter und Sturmschutz denken

Nicht nur Bienen bereiten sich im Oktober auf den Winter vor. Auch Mäuse suchen noch einen Unterschlupf – oft in unseren Bienenvölkern. Wir wollen natürlich nicht, dass die Mäuse in den Böden überwintern. Deshalb sollte man vor dem ersten Frost am Flugloch Mäusegitter oder Keile anbringen. Eine Maschenweite von sechs mal sechs Millimetern ist bei den Gittern ideal. Zudem ist es gut, vor dem Winter an den Ständen zu mähen. Mäusen gefällt das lange Gras, da sie darunter geschützt Gänge bauen können. Auch Spechte machen immer wieder Probleme: Sie picken Löcher in die Beuten und fressen Bienen und die Vorräte. Um das zu verhindern, kann man Netze über die Kästen spannen. In stürmischen Regionen sollten die Dächer mit Steinen oder Verankerungen gesichert werden. Über Schnee muss man sich in der Regel keine Gedanken machen. Unter lockerem Schnee bekommen die Bienen genügend Luft. Die Fluglöcher sollten allerdings nicht vereisen.

bbu/10.10.19

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