Folgen der Klimaerwärmung: CO2-Bindung in Pflanzen geringer

Dass Pflanzen immer früher im Jahr wachsen, dadurch aber im Jahresverlauf aber nicht wie man vermuten könnte mehr, sondern sogar weniger CO₂ aus der Atmosphäre gebunden wird, zeigt jetzt eine Internationale Studie.
Der Klimawandel beeinflusst das Pflanzenwachstum – der Wachstumsschub im Frühling beginnt immer früher. Bisher dachte man, dass dieses Phänomen den Klimawandel verlangsamt, weil dadurch mehr Biomasse produziert und Kohlenstoff aus der Atmosphäre gebunden wird. Wie nun mit Hilfe von Satellitenbildern gezeigt werden konnte, trifft das aber nicht zu. Im Gegenteil: In vielen Gegenden führt ein vorverlegter Frühling sogar zu weniger Biomasse im folgenden Sommer und Herbst. Es wird dadurch also eher weniger als – wie bislang angenommen – mehr CO₂ aus der Atmosphäre gebunden. Aus unterschiedlichen Gründen.

“Diese Mechanismen sind kompliziert und regional unterschiedlich“, sagt Dr. Matthias Forkel von der TU Wien. „Doch unsere Daten zeigen eindeutig, dass im Durchschnitt die Produktivität der Pflanzen in Jahren mit warmem Frühling abnimmt. Die bisherigen Klimamodelle berücksichtigen zwar das Pflanzenwachstum, aber diesen Effekt hatten sie bisher nicht vorhergesagt. Sie müssen daher angepasst werden.” Prof. Dr. Wolfgang Buermann, der Hauptautor der im Wissenschaftsjournal Nature veröffentlichten Studie, sieht als Folge eine schnellere Klimaerwärmung als gedacht: “Wir müssen davon ausgehen, dass die Folgen der Klimaerwärmung dadurch noch dramatischer sein werden als bisher berechnet.“
gbr/jfr

Zur Pressemeldung der Universität Augsburg: idw-online.de
Quelle: Nature 562, 110-114 (2018) www.nature.com