Landwirt und Imker mit Leib und Seele

Georg Mayerhofer ist Landwirt und Imker. Seit er Bienen hält, hat sich sein Blick auf die Landwirtschaft verändert. Die Kommunikation zwischen Landwirten und Imkern ist ihm so wichtig, dass er in seinem Blog seine Arbeit als Landwirt erklärt.

Georg Mayerhofer zeigt einen Blühstreifen neben einem Maisfeld
Georg Mayerhofer zeigt stolz einen Blühstreifen am Rande eines Maisfeldesää

Georg Mayerhofer betreibt bei Passau einen Hof mit 245 Hektar Fläche, Schweinemast und einer Biogasanlage. Normalerweise hätte der Landwirt genug zu tun. Vor zwei Jahren kam aber noch ein Hobby dazu: die Imkerei. Mittlerweile hat er acht Völker auf Zander, will aber auch hier wachsen. Das Imkern hat er bei seinem Nachbarn gelernt. „Bei den Bienen bekomme ich den Kopf frei“, meint Mayerhofer. Seit er imkert, blickt er anders auf die Landwirtschaft und überlegt gründlicher, ob und wann er Pflanzenschutzmittel einsetzt. Der Umweltschutz ist für ihn ein spezielles Anliegen. So ist der Niederbayer Blühbotschafter der Aktion „Bayern blüht auf“, die vom Bayerischen Bauernverband und dem Landesverband Bayerischer Imker unterstützt wird. Dass die Landwirte oft als Sündenbock für Umweltprobleme herhalten müssen, stört Mayerhofer. Er wolle „Brücken bauen“ und findet, dass Imker und Landwirte zusammenhalten sollten. Er erkennt aber auch einen Umbruch in der Landwirtschaft und fordert: „So wie gehabt geht es nicht weiter.“

Der Landwirt auf Social Media

Kommunikation ist Mayerhofer wichtig. Erst letztes Jahr hatte er ein großes Hoffest mit Maislabyrinth und Live-Musik. Selbst an Sonntagen nimmt er sich gerne Zeit und erklärt Interessierten bei Feldbegehungen die Bodenbeschaffenheit seiner Äcker. Damit sich auch Passanten informieren können, hat Mayerhofer an vielen Feldern Erklär-Tafeln aufgestellt.
Großen Wert legt der Landwirt auf die moderne Öffentlichkeitsarbeit. Auf YouTube gibt er einen Einblick in seine tägliche Arbeit und erklärt komplexe Themen verständlich.
Seinen YouTube-Kanal finden Sie hier: Mayerhofer Agrar. Weitere Informationen teilt er in seinem Blog, zudem tauscht er sich auf seiner Facebook-Seite gerne über die Landwirtschaft aus.

Durchwachsene Silphie als Maisalternative

Doch der Landwirt verkauft sich nicht nur gut, er ist auch ein Tüftler. So hat er die Gülleausbringung optimiert und ein innovatives Verfahren entwickelt, bei dem die Gülle über Schläuche zielgerichtet in den Boden gelangt. Dafür wurde er 2017 zum „Landwirt des Jahres“ gekürt und mit dem CERES-Award des Deutschen Landwirtschaftsverlages prämiert. Auch im Pflanzenanbau ist er experimentierfreudig. Seit vier Jahren hat Mayerhofer die Durchwachsene Silphie, die eine Alternative zum Mais als Energiepflanze ist. Ihr Vorteil: Sie blüht auch im Spätsommer und Herbst noch, wenn es sonst kaum noch Nektar und Pollen gibt. Imker haben deswegen große Hoffnung in die Pflanze. Einmal angepflanzt, kann die Silphie bis zu 15 Jahre geerntet werden. Mayerhofer bemerkt, dass die Silphie beim Energieertrag Nachteile gegenüber dem Mais hat. Auch die Ernte sei technisch schwerer. Darum empfiehlt er die Silphie vor allem auf kleinen Flächen und Bachläufen anzubauen. Eine ausführliche Einschätzung zur Silphie von Georg Mayerhofer finden Sie hier: Durchwachsene Silphie YouTube Mayerhofer

bbu/13.03.2019

Das ganze Porträt von Georg Mayerhofer finden Sie in der April-Ausgabe der bienen&natur.

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