Imkern übers Jahr: Unser neuer Monatsbetrachter stellt sich vor

Bruno Binder-Köllhofer in Erwartung voller Honigräume bei der Völkerkontrolle am Waldstandort im Schwarzwald. Foto: Bruno Binder-Köllhofer

Bruno Binder-Köllhofer ist unser Monatsbetrachter 2023. Er berichtet in unserem Heft über Aktuelles aus seiner Imkerei. Außerdem fasst er monatlich zusammen, was bei den Bienen anfällt. Der 63-Jährige ist am Kaiserstuhl-Gebirge in Baden-Württemberg aufgewachsen. Er entdeckte die Bienen über ein Buch aus der Schulbibliothek: „Aus dem Leben der Bienen“ von Karl von Frisch.

Seitdem ließen ihn die Bienen nicht mehr los. Mit 14 Jahren ging er zur Imkerschule. Mit 18 erwarb er eigene Bienen. Danach wurden die Bienen immer mehr. Bis Bruno Binder-Köllhofer 70 Völker hatte. Als Imkermeister zog er 1993 ins hessische Kirchhain. Am dortigen Bieneninstitut beriet er 22 Jahre lang die hessischen Imker. Dabei schulte er viele Kursleiter der Imkervereine. Seit 2016 berät er die Imkerinnen und Imker im Regierungsbezirk Freiburg und ist zurück in seiner badischen Heimat.

Momentan führt unser Monatsbetrachter um die 30 Bienenvölker. Wobei er seine Bienenvölker selbst aufzieht und selektiert. Seine Imkerei betreibt er im Schwarzwald. Mit seinen Bienen wandert er in die dortigen Waldtracht- und Weißtannentracht-Regionen.

Für Einsteiger, Fortgeschrittene und Multiplikatoren

Bruno Binder-Köllhofer spricht in seinen Monatsbetrachtungen in unserem Heft alle an. Einerseits erfahren Einsteiger in der Rubrik „So starten Sie durch“ Inhalte aus der Anfängerschulung. Des Weiteren lesen Fortgeschrittene in „So imkere ich“ Tipps des Monatsbetrachters aus seiner eigenen Imkerei und Betriebsweise. Und seine Erfahrungen als Kursleiter berichtet er in der Rubrik „So bringt man’s rüber“.

Zeit, Platz und Wissen: Der Monatsbetrachter über den Anfang einer erfolgreichen Imkerei

Einige Bienenvölker stehen bei unserem Monatsbetrachter in seinem eigenen Garten. Er hat den Stellplatz so gewählt, dass die Bienen niemanden stören. Foto: Bruno Binder-Köllhofer

Wer mit der Imkerei anfangen will, sollte genug Zeit mitbringen. Genauso wichtig ist der Platz. Pro vier Bienenvölker benötigt man zusätzlich eine Stapelfläche von einem halben Quadratmeter. Außerdem ist es geschickt, einen Werktisch zu haben. Dort kann man Rähmchen und Beutenteile vorbereiten. Zum Honig Schleudern und Lagern benötigt es weitere 5 bis 8 Quadratmeter Platz pro vier Völker.

Unser Monatsbetrachter hat genug Platz für seine Imkerei: Außer dem Bienenstand hat er einen Stell- und Lagerraum für Beuten, Zargen und andere Gerätschaften. Foto: Bruno Binder-Köllhofer

In seiner Monatsbetrachtung betont Bruno Binder-Köllhofer nochmals, dass neben Zeit und Platz das Bienenwissen entscheidend für eine erfolgreiche Imkerei ist. Man sollte sich vor dem Erwerb der ersten eigenen Bienen theoretisches Wissen aneignen. Gleichzeitig sollte man einen praktischen Imkerkurs belegen. Man kann sich auch an Imkerpaten wenden, die über den Verein empfohlen werden.

Was steht im Januar an?

Allgemein:

  • Bestandsaufnahme: Was wird noch benötigt? Was muss noch beschafft werden?
  • Wachs umarbeiten lassen
  • Mittelwände besorgen
  • Rähmchen drahten / gebrauchte Rähmchen reinigen und Drähte spannen
  • leere Beuten und Zubehör reinigen, ggf. reparieren

Am Bienenstand:

  • Flugloch auf Durchgängigkeit für Bienen und Dichtheit (Mäusegitter) prüfen
  • Kontrolle Milbenabfall ca. 2 Wochen nach der Winterbehandlung
  • ab Schneelage und Frost: auf Flug von Grünspecht achten und eventuell einnetzen
  • nach Sturm Abdeckungen kontrollieren
  • ein Blick in die Baumkronen: eventuelle Nester von Asiatischer Hornisse sind jetzt sichtbar

von Bruno Binder-Köllhofer

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