Schadet das Jakobskreuzkraut Bienen und Honig?

Ab Juli blüht das Jakobskreuzkraut, das für Pferde und Rinder giftig ist. Ist es auch gefährlich für die Bienen und den Honig?

Schadet das Jakobskreuzkraut Bienen und Honig? Foto: Kerstin Neumann
Bienen fliegen das Jakobskreuzkraut nur ungern an, deshalb gibt es im Honig auch selten Rückstände. Foto: Kerstin Neumann

Das Jakobskreuzkraut (JKK) ist eine Pflanze, die giftige Pyrrolizidinalkaloide (PA) enthält. Für  Pferde können sie tödlich sein. Wir Menschen können von PAs Leberschäden bekommen. Für Bienen ist das Jakobskreuzkraut ungiftig, das ergaben Untersuchungen des Instituts für Bienenkunde Celle. Und weil die Blüten der Pflanze nur wenig Nektar spenden, fliegen die Bienen sie auch nur an, wenn es sonst keine Trachtpflanzen gibt. Dann können Spuren von PAs in den Honig kommen. Für Menschen sind die geringen Mengen im Honig in den meisten Fällen ungefährlich.

Wo wächst das Jakobskreuzkraut?

Das Jakobskreuzkraut ist anspruchslos und wächst auf trockenen, steinigen Böden. Man findet es oft an Böschungen, Straßenrändern oder auf Magerwiesen. Das Kraut ist eine heimische Pflanze, die sich  immer mehr verbreitet. Vor wenigen Jahren war sie vor allem im Norden und Westen Deutschlands in den Schlagzeilen. Mittlerweile breitet sie sich auch im Schwarzwald und im Allgäu aus. Sie wird auch Jakobs-Greiskraut, oder wissenschaftlich Senecio jacobaea, genannt und gehört wie die Astern zur Familie der Korbblütler. Die Pflanze wir etwa einen Meter hoch und blüht erst im zweiten Jahr von Juni bis in den September mit üppigen gelben Blütenständen. Dann kann sie sich mit bis zu 150.000 Samen über den Wind vermehren.

Kein Grenzwert für Pyrrolizidinalkaloide im Honig

Einen gesetzlichen Grenzwert für PAs im Honig gibt es nicht.  Die EU-Verbraucherschutzbehörde EFSA und das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) geben allerdings einen Richtwert vor, der 2018 noch nach oben korrigiert wurde: Er empfiehlt, täglich nicht mehr als 0,0237 μg (Mikrogramm) PA je kg (Kilogramm) Körpergewicht aufzunehmen. Nach Angaben des LAVES-Institut heißt das, wer 20 Gramm Honig pro Tag isst, sollte bei einem Körpergewicht von 60 kg max. 71 μg PA/kg Honigzu sich nehmen.

Selbst wenn Bienen das Jakobskreuzkraut anfliegen, gelangen  nur Spuren von PAs in den Honig. Mengen in Höhe des Richtwertes wurden in deutschen Honigen bisher selten nachgewiesen. Neben Jakobskreuzkraut enthalten auch andere Pflanzen Pyrrolizidinalkaloide, wie Borretsch, Natternkopf oder Wasserdost. Der Pollen ist dabei stärker belastet als der Nektar der Pflanzen. Auch Werner von der Ohe vom Bieneninstitut Celle gibt Entwarnung zu PAs in Honig: „In Kräutertees sind die PA-Werte wesentlich höher.“ Außerdem konnte in zwei Studien  nachgewiesen werden, dass sich PAs im Honig nach wenigen Monaten Lagerung verflüchtigten und nicht mehr nachweisbar sind. In Ländern wie Spanien, Ungarn aber auch in Südamerika sammeln Bienen schon länger Pollen mit PA, vor allem vom Natternkopf. Auch hier gab es keine Auswirkungen auf die Bienen.

Tipps für Imker

Als Imker solltest du die Bienen nicht direkt vor eine Wiese stellen, die mit Jakobskreuzkraut bewachsen ist. Wenn es noch attraktivere Trachtangebote wie Linde, Weißklee oder Honigtau gibt, fliegen sie das JKK zwar gar nicht erst an, wer sich aber  unsicher ist, kann den Honig auch im Labor auf PAs untersuchen lassen – dies kostet etwa 100 Euro. Deutsche Honige waren bei Kontrollen bisher kaum betroffen. Da das JKK erst ab Juli in Vollblüte ist, können PA-Spuren auch nur im Sommerhonig auftauchen. In vielen Regionen haben die Imker zu dieser Jahreszeit eh schon abgeschleudert. Der PA-belastete Honig wird also nicht geerntet.

Jakobskreuzkraut: Gefahr für Kühe und Pferde

Schlimmer ist das Jakobskreuzkraut für Pferde, Rinder, Schweine oder Ziegen. Wenn sie JKK essen, können sie an Leberschäden sterben. Auf der Weide fressen die Tiere die Pflanze normal auch nicht, da es zu bitter ist. Ein Problem ist allerdings das Heu: Beim Trocknen verliert die Pflanze aber die Bitterstoffe, die giftigen PAs bleiben jedoch. Die Tiere können so also ungewollt das giftige Jakobskreuzkraut fressen.

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bbu/19.07.2019

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