Schadet Schnee den Bienen?

Schnee schadet Bienen in der Regel nicht. Trotzdem kann der Imker seine Bienen mit ein paar einfachen Tricks im Winter unterstützen.

Bienen im Schnee: Ein tief eingeschneiter Bienenstand – eigentlich besteht keine Gefahr für die Völker. Foto: M. Kick
Bienen im Schnee: Ein tief eingeschneiter Bienenstand – eigentlich besteht keine Gefahr für die Völker. Foto: M. Kick

Klare Antwort: Nein! Schnee schadet den Bienen in der Regel nicht. Im Gegenteil: Die Schneehaube hat sogar mehr positive als negative Seiten. Die Bienen „kennen“ Schnee seit Jahrmillionen und kommen mit ihm zurecht. Selbst ohne Gitterboden können die Bienenvölker gefahrlos eingeschneit werden.

In der Regel taut der Schnee an der Beutenwand durch die Wärmeabstrahlung etwa einen Zentimeter ab. Über diesen Spalt bekommen die Bienen trotz Schnee ausreichend Luftzufuhr. Gefährlich wird es nur bei starkem Frost nach Tauwetter. Der Schnee fällt dann eventuell vor dem Flugloch zusammen, gefriert und macht es vollkommen dicht. Aber das sind die Ausnahmen. Haben die Beuten Gitterböden, kann überhaupt nichts passieren.

Wann muss ein Imker seinen Bienen bei Schnee helfen?

Wenn es lange und heftig schneit, kann es für den Imker beruhigender sein, seine Bienen auszugraben. Foto: M. Kick
Wenn es lange und heftig schneit, kann es für den Imker beruhigender sein, seine Bienen auszugraben. Foto: M. Kick

Manchmal ist es aber sinnvoll, nicht erst zu warten, bis der Schnee vor dem Flugloch abgetaut ist, denn ein kurzer Reinigungsausflug zwischen zwei strengen Frostphasen ist manchmal lebensrettend für die Bienen. Besonders nach späten Wald- oder Efeutrachten. Früher hat man absichtlich Schnee vor die Fluglöcher gehäuft und mit einem Besenstiel einen kleinen Tunnel geformt, der frei blieb. Man wollte die Bienen am allzu frühen Ausflug hindern. Das sieht man heute anders, denn ein verhinderter Reinigungsflug kostet oft mehr Bienen als ein paar Frühausflieger, die im Schnee liegen bleiben.

Was kann der Imker konkret tun?

  • Bienen wintersicher machen: Bereits im Herbst sollte man schauen, dass die Beuten wetter- und auch sturmsicher stehen.
  • Stände kontrollieren: Trotzdem kann es immer wieder sein, dass Spechte an den Kästen klopfen, andere Tiere an die Vorräte wollen oder ein Baum auf die Bienen geflogen ist. Deshalb sollte man die Bienenstände auch im Winter regelmäßig kontrollieren.
  • Winterbehandlung machen:  Im Winter sollte man die Bienen in Ruhe lassen. Einzige Ausnahme: Die Restentmilbung mit Oxalsäure
  • Schieber leicht auf: Imker können den Bodenschieber einen Spalt breit aufziehen, damit die Bienen Luft bekommen.
  • Auf Tauwetter achten: Gefährlich kann der Schnee nur im späten Winter werden, wenn er schmilzt, am Flugloch wieder gefriert und so den Bienen den Weg versperrt. Dabei sollten sie im zeitigen Frühjahr raus zum Reinigungsflug. Dann sollte man das Flugloch freiräumen.

    von Armin Spürgin

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