Test: Honigrührer im Vergleich

Wir haben mit den Honigrührern „Profi“, „Auf und Ab“ und „RuBee®Rasant“ versucht, einen auskristallisierten und angetauten Honig feincremig zu rühren.

Honigrührer im Test (v.l.n.r.): „Profi“, „Auf und Ab“ und „RuBee®Rasant“. Foto: Susanne Matschullies
Honigrührer im Test (v.l.n.r.): „Profi“, „Auf und Ab“ und „RuBee®Rasant“. Foto: Susanne Matschullies

Im Handel gibt es verschiedene Honigrührer für unterschiedliche Einsätze. Hier sollte man sich vom Fachhändler genauer beraten lassen. Wir haben vom Imkerfachhandel Bienen Ruck drei Rührer für den Test geliehen: den „Profi-Rührstab“, den „RuBee®Rasant“, der dem „Rapido“ von Biorat nachempfunden ist, sowie den manuellen Honigrührer „Auf und Ab“. In allen Tests haben wir einen von Natur aus feinkristallinen, auskristallisierten und wieder angetauten Blütenhonig verwendet und ihn einmal für drei bis vier Minuten im Eimer durchgerührt.

Eigenschaften eines guten Honigrührers

Vorab schauen wir uns an, was ein guter Honigrührer bieten sollte:

  • Das Material sollte aus stabilem, geprüftem Edelstahl bestehen, denn beim Rühren können hohe Kräfte entstehen.
  • Die Oberfläche sollte glatt, am besten poliert sein, dann ist sie auch leicht zu reinigen.
  • Das Rührwerk darf keine scharfen Außenkanten haben, falls der Eimer berührt wird.
  • Sechskantstäbe halten im Bohrfutter besser als runde.

Außerdem kann man grob zwei Rührmethoden unterscheiden:

  1. Mehrfaches Rühren, sobald der Kristallisationsprozess beginnt, für eine feinkristalline Konsistenz. Der Honig kann direkt ins Glas gefüllt oder erst im Eimer fest und später angetaut, nochmal gerührt und abgefüllt werden. Dies macht man bei Honigen, die langsamer, aber grob auskristallisieren, z.B. Spättracht mit Anteilen von Robinie oder Edelkastanie.
  2. Einmal rühren: Man lässt den Honig im Eimer kristallisieren. Vor dem Abfüllen wird er angetaut, einmal gerührt und geklärt. Man erhält eine cremige, aber nicht unbedingt feinkristalline Konsistenz. Dies eignet sich z.B. bei Blütenhonigen der Frühtracht optimal mit Rapsanteil.

Für das Wiederantauen benötigt man beispielsweise einen Wärmeschrank, in dem der Honig über Nacht bei maximal 38 Grad schonend erwärmt wird, sodass er gerade fließt, ohne flüssig zu sein.

Honigrührer „Auf und Ab“

Mehr Stampfen als Rühren

Der Honigrührer „Auf und Ab“ ist nur für den manuellen Einsatz gedacht. Dafür besitzt der 65 cm lange Edelstahlstab am oberen Ende einen Quergriff. Unten sitzt die geöffnete, halb­runde Rührscheibe mit 13 cm Durchmesser. Bei diesem Modell fehlt dort ein äußerer Ring als zusätzlicher Kantenschutz, wie bei Modellen anderer Hersteller.

Er soll Abschabungen vom Eimerrand verhindern. Wenn der Kantenschutz fehlt, darf der Rührer keinesfalls scharfkantig sein. Achten Sie darauf oder wählen Sie ein Modell mit Ring. Doch auch hiermit empfiehlt es sich, beim Rühren nicht an den Wänden zu schaben.

Der Honigrührer „Auf und Ab“ eignet sich vor allem für mehrmaliges Rühren kleinerer Mengen Honig. Aber auch das einmalige Rühren nach der Kristallisation hat hier im Test gut funktioniert, nachdem der Honig erwärmt und fließfähig wurde. Um es richtig zu machen, muss man die Rührscheibe leicht schräg nach oben gehalten eintauchen und dann von außen nach unten und wieder hoch in die Mitte des Honigs ziehen.

Die Art der Auf-und-Ab-Bewegung braucht Kraft und erinnert eher an ein resolutes Stampfen als an ein Rühren. Wichtig: Die Rührscheibe bleibt bei dem Vorgang komplett untergetaucht, um keine Luft einzuziehen. Schon nach ein bis zwei Minuten einmaligen Rührens war das Ergebnis ein feincremiger, abfüllbereiter Honig.

Vorteile des Honigrührers „Auf und Ab“

  • Rostfreier Edelstahl
  • Angenehm leicht
  • Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Kein Rührwerk nötig
  • Auch für schnelles einmaliges Rühren, maximal zwei Minuten

Nachteile des Honigrührers „Auf und Ab“

  • Muskelkraft erforderlich
  • Nicht für auskristallisierte Honige geeignet
  • Honig muss fließfähig sein
  •  Vorsicht beim Rühren ohne Kantenschutz

Fazit: Der Honigrührer „Auf und Ab“ hat ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, eine einfache Handhabung und ein durchaus zufriedenstellendes Ergebnis auch bei einmaligem Rühren von erwärmtem Honig. Wir empfehlen den „Auf und Ab“ aber eher Hobby-Imkern mit weniger als fünf Völkern, die ihren Honig in Eimern oder Hobbocks mehrmals rühren. Wählen Sie ein Modell mit Kantenschutz oder mindestens gerundeten Kanten.

Preis: Im Fachhandel ist der Honigrührer „Auf und Ab“ ab 28,50 Euro erhältlich.

„Profi-Rührstab“

Sog durch Doppelflügel

Der Honigrührer „Profi“ aus Edelstahl mit zwei Flügeln und Sechskantstab ist in zwei Ausführungen erhältlich: Einmal in der Standardlänge von 60 cm und einem Flügeldurchmesser von 10 cm, und in einer längeren Version mit 70 cm und einem größeren Flügel von 15 cm. Beide passen in ein 13er Bohrfutter. Die Flügel sind elektrochemisch nachbearbeitet. Dieses Verfahren bewirkt eine feine Entgratung von Kanten und Spitzen im Mikrobereich, sodass das Material ohne mechanische oder thermische Belastung geglättet wird. Das soll weiterem Metallabrieb und Verschleiß vorbeugen, selbst bei grob auskristallisierten Honigen. Das Besondere beim Honigrührer „Profi“ ist die entgegengesetzte Ausrichtung der Flügel, die beim Rührvorgang einen Vakuumeffekt bewirken. Er zieht den Honig von oben nach unten durch die Flügel, ohne dass der Rührstab zusätzlich bewegt werden muss. Deswegen eignet sich der „Profi“ auch für das Einspannen in ein Rührgestell mit Zeitschaltuhr, wenn man beispielsweise den Honig im größeren Gebinde einige Tage lang bis zur gewünschten Konsistenz rühren lassen möchte.

Für das einmalige Rühren im Test haben wir ein elektrisches Rührwerk mit Doppelgriff und 13er Bohrfutter verwendet. Dieses Rührwerk wurde speziell zum langsamen Rühren entwickelt, denn beim Honigrühren wird mit maximal 300 Umdrehungen pro Minute gerührt. Der Doppelgriff ist ergonomisch weitaus angenehmer als eine Bohrmaschine mit nur einem Griff. Beim Rühren zogen die Flügel den Honig tatsächlich gleichmäßig von oben nach unten durch, und der Rührer musste kaum bewegt werden. Es ist wichtig, die Flügel zuerst in den Honig zu tauchen, bis sie vollständig mit Honig bedeckt sind, und erst dann den Rührer in Gang zu setzen. So zieht er nicht unnötig Luft mit nach unten. Den Rührstab aber nicht zu tief eintauchen, um nicht versehentlich Kunststoffspäne vom Eimer abzuschleifen. In diesem Test war der Honig nach rund zwei Minuten feincremig gerührt und abfüllbereit.

Vorteile des „Profi-Rührstab“

  • Durch Vakuumeffekt muss der Stab beim Rühren kaum bewegt werden
  • Schnelles Rühren, maximal zwei Minuten
  • Angenehm leicht
  • Rostfreier Edelstahl
  • Nicht scharfkantig, da elektrolytisch poliert
  • Sechskantstab sitzt sicher im Bohrfutter
  • Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

Nachteile des „Profi-Rührstab“

  • Einsatz nur im Rührwerk oder in Bohrmaschine mit Untersetzungsgetriebe
  • Nicht für kalte, auskristallisierte Honige geeignet

Fazit: Der Honigrührer „Profi“ hat ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und eine einfache Handhabung mit top Ergebnis. Wir empfehlen den „Profi-Rührstab“ überzeugten Hobby-Imkern, die ihren Honig mehrmals im Eimer oder Hobbock rühren oder in einer Rührvorrichtung gegebenenfalls mit Zeitschaltuhr nutzen möchten. Auch das Einmalrühren nach dem Auftauen liefert ein sehr gutes Ergebnis.

Preis: Im Fachhandel ist der Honigrührer „Profi“ ab 39,00 Euro erhältlich.

Honigrührer „RuBee®Rasant“

Nur einmal rühren

Der „RuBee®Rasant“ ist die Eigenmarke von Bienen Ruck. Er ist dem beliebten original „Rapido“ von Biorat nachempfunden. Einsatz und Bauart sind gleich. Beide bestehen aus zertifiziertem Nirosta-Edelstahl und werden in verschiedenen Größen angeboten. Beim „Rasant“ ist das Standardmodell 60 cm lang, besitzt einen Sechskantstab von 10 mm und Flügel von 9 cm Durchmesser. Er kann mit einer leistungsfähigen Bohrmaschine (ca. 1000 W) mit 13er Bohrfutter eingesetzt werden. Das Besondere des Modells ist seine speziell konzipierte Form, die extrem starke Scherkräfte hervorbringt. Laut Hersteller kann er „grobe und verzahnte Kristalle in feine, kugelige Strukturen verwandeln und den Honig feincremig machen“, und das schnell und mit einem einzigen Durchgang.

Für einen speziellen Härtetest haben wir den „Rasant“ nicht nur mit dem angetauten und wieder fließfähigen Honig, sondern auch mit einem durchkristallisierten kalten und deshalb sehr festen Honig ausprobiert. Man hält den Rührer direkt über den Honig und fährt beim Starten zuerst zügig über die Oberfläche, bevor man ihn im Rührvorgang eintaucht. Während des Rührens muss er durch den ganzen Eimer bewegt werden, um die Masse von oben nach unten zu ziehen und sie vollständig und gleichmäßig zu erfassen. Gerührt wurde einmal für etwa zwei bis drei Minuten. Das Ergebnis war in beiden Fällen tatsächlich ein einwandfreier, feincremiger und schmalziger Honig. Die kalte Variante haben wir im Anschluss noch zwei Stunden bei 28 °C erwärmt, um ihn für die Abfüllung in Gläser noch etwas fließfähiger zu machen. Interessantes Detail: Der „Rasant“ ist auch als Piccolo-Ausführung für das Rühren direkt im 250g-Glas erhältlich. In diesem Fall reicht sogar ein guter Akku-Bohrschrauber aus.

Vorteile des Honigrührers „RuBee®Rasant“

  • Für nur einmaliges, kurzes Rühren
  • Auch für kristallisierte, kalte Honige
  • Mit jeder leistungsfähigen Bohrmaschine nutzbar
  • Preisgünstig
  • Hochwertiger Edelstahl

Nachteile des Honigrührers „RuBee®Rasant“

  • Muss beim Rühren bewegt werden, deshalb nicht für Zeitschaltuhr oder Rührfass geeignet
  • Hoher Kraftaufwand bei sehr festem Honig

Fazit: Der Honigrührer „RuBee®Rasant“ hat ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und eine einfache Handhabung mit schnellem und überzeugendem Ergebnis. Der „Rasant“ wie auch der „Rapido“ von Biorat ist nicht für flüssige Honige gedacht, sondern nur für feste Honige, die einmal und zügig im Eimer oder Hobbock gerührt werden.

Preis: Bei Bienen Ruck ist der Honigrührer „RuBee®Rasant“ ab ca. 50 Euro erhältlich. Das Originalmodell „Rapido“ von Biorat gibt es im Fachhandel ab 88 Euro.

von Susanne Matschullies

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