Wachsmotten erkennen und bekämpfen

Die meisten Imker hatten schon Probleme mit Wachsmotten. Deshalb ist es wichtig Waben gut zu lagern und die Motten zu bekämpfen.

Die Wachsmotten fressen in Waben Brutreste, sowie Pollen. Foto: Boris Bücheler
Die Wachsmotten fressen in Waben Brutreste, sowie Pollen. Dabei hinterlassen sie weiße Gespinste. Foto: Boris Bücheler

Es gibt zwei Arten der Wachsmotte: Die Große Wachsmotte (Galleria mellonella) und die Kleine Wachsmotte (Achrioa grisella). Uns Imkern begegnet hauptsächlich die Große, wenn sie im Sommer gelagerte Waben ausfrisst. Dabei fressen die Wachsmotten eigentlich kein Wachs, sondern den eiweißhaltigen Pollen oder Brutrückstände wie Larvenkot und Nymphenhäutchen, die beim Schlupf einer Biene in der Zelle bleiben. Die Motten zerstören so ganze Waben und fressen auch Zargen an – deshalb werden sie mit Säure, Schwefel oder Kälte bekämpft. In freier Natur waren die Wachsmotten durchaus nützlich: Sie befreiten nicht mehr bewohnte Bienen-Nester von altem Wabenbau.

Woran erkenne ich Wachsmotten?

  • Gespinste: Die Wachsmotten hinterlassen Gänge, die aussehen wie ein dichtes Spinnen-Netz: In den Gespinsten schützen sie sich vor den Bienen.
  • Weißer Kokon: Die Motten spinnen sich ein und fressen sich ins Holz, um sich zu verpuppen. Hier sind vor allem Zargen und die Ecken von Rähmchen betroffen.
  • Kot: Auf den Rähmchen und dem Boden sieht mal kleine schwarze Krümel, den Kot der Wachsmotten.

Waben sortieren und einschmelzen

  • Schwarze Waben einschmelzen: Schwarze Waben auch dem Brutraum sollte man rasch einschmelzen, da sie wie ein Magnet für Wachsmotten sind.
  • Sortieren: Die Wachsmotten lassen gelbe, unbebrütete Waben in Ruhe. Daher werden sie getrennt von braunen Waben gelagert. Da die Wachsmotten auch Pollen fressen, sollten Waben mit Pollen ebenfalls extra gelagert werden. Diese anfälligeren Waben können dann individuell behandelt werden.

Vorbeugung: Waben richtig lagern

  • Kühl lagern: Unter 9°C entwickeln sich die Wachsmotten nicht. Bei Minusgraden sterben die Wachsmotten ab: Wer genug Platz hat, kann die Waben für ein paar Tage in die Tiefkühltruhe stellen.
  • Gut belüftet: Die Waben sollten in Zargen über einem Drahtgitterboden stehen. Als Deckel ist ebenfalls ein Gitter gut, da sich Wachsmotten bei Zugluft nicht entwickeln. Außerdem sollte die Zarge nicht voll sein, besser zwei Waben auslassen und sie luftiger einhängen. So haben es die Wachsmotten schwerer, sich von Waben zu Wabe zu fressen.
  • Bienendicht: Die Waben sollten für Bienen und Wespen nicht zugänglich sein, sonst kommt es im Spätsommer und Herbst zu Räubereien. Räubereien bei den Bienen vermeiden
  • Dicht für Mäuse: Auch die Maus ist ein Schädling und frisst gerne an Waben.

Bekämpfung der Wachsmotte

  • Essigsäure, 60%: Die Essigsäure wird – wie die Ameisensäure bei der Varroabehandlung – über ein Schwammtuch verdunstet. Das Tuch einfach zwischen die Zargen oder auf den Wabenturm legen. Pro Zarge braucht man etwa 30 Milliliter. Doch die Säure wirkt nur gegen die Motteneier und Falter, nicht gegen die Larven. Zusätzlich werden aber auch Nosemasporen abgetötet.
  • Ameisensäure, 85%: Kann wie die Essigsäure verdampft werden, hierfür nimmt man etwa 12 ml pro Zarge. Allerdings werden auch hier nur die Eier abgetötet, nicht die Larven.
  • Bacillus thuringiensis, B 401: Das biologische Insektizid tötet die Larven der Wachsmotten ab, wenn sie an den Waben fressen. Nachteil: Jede einzelne Wabe muss eingesprüht werden und muss trocknen. Sonst kann sie schimmeln.
  • Schwefel: Die Schwefelstreifen werden in einer speziellen Dose in einer Leerzarge über dem Wabenturm abgebrannt. Je Zarge rechnet man mit einem viertel Streifen. Wichtig: Den Schwefel nie frei abbrennen lassen und immer beaufsichtigen – Waben und Zargen sind leicht entzündlich. Die Motteneier überleben die Schwefel-Begasung, deshalb sollte man die Behandlung nach drei und sechs Wochen wiederholen.

Sind die Wachsmotten auch im Bienenvolk?

Die Große Wachsmotte schadet den Völkern nicht, da sie von den Bienen bekämpft werden. Die Kleine Wachsmotte allerdings schon: Sie frisst innerhalb der Brutwabe die Mittelwand heraus. So ist sie vor den Stockbienen geschützt. Das Gespinst schützt die Motte zusätzlich. Dieses schiebt die Bienenlarven in Richtung des Zelldeckels – die Ammenbienen verlängern deswegen die Zellen. Hier spricht man von Röhrchenbrut. Jungbienen sind häufig verkrüppelt und können nicht schlüpfen, weil sie am Gespinst hängen bleiben. Die Brutschäden halten sich jedoch in erträglichem Rahmen. Bei starken Völkern haben die Wachsmotten kaum eine Chance, weshalb man schwache Völker auflösen oder einengen sollte. Die Kästen von toten Völkern gleich einsammeln und nicht offen stehen lassen.

Die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau hat ebenfalls ein Merkblatt zum Thema: Wabenpflege

bbu/ 26.09.2019

Interesse an einem Schnupperabo? Hier klicken und unverbindlich testen.