Ableger richtig füttern

Für die Entwicklung von Ablegern ist es wichtig, dass sie laufend gefüttert werden. Es gibt mehrere Gründe, die Jungvölker flüssig zu füttern. Wir zeigen, was für diese Fütterung spricht und wie man Zuckerwasser selbst herstellt.

Bienen Füttern mit Zuckerwasser
Mit einem Messbecher kann das Zuckerwasser sauber in die Futtertasche gegeben werden. Foto: Adobe Stock/Markus Wegmann – stock.adobe.com

Ableger sollten immer mit ausreichend Futterwaben gebildet werden. Trotzdem sollten sie für die Entwicklung laufend gefüttert werden. Mehrere Gründe sprechen dafür, Ableger flüssig zu füttern. Die meisten haben damit zu tun, dass Ableger nur eine geringe Menge Bienen haben.

Vier Gründe die Ableger flüssig zu füttern:

  1. Futterteig verbraucht Energie:  Die wenigen Bienen im Ableger nehmen Futterteig nur langsam ab. Der Grund: Die Bienen müssen viel Energie einsetzen, um Futterteig zu lösen. Für diese Arbeit braucht es viele Bienen, die stattdessen keinen Pollen sammeln können. Der Pollen ist aber wichtig für die Aufzucht der Brut.
  2. Schneller verwertet: Zuckerwasser oder Invertsirup können die Bienen schneller verwerten und einlagern. Da Ableger beim Verwerten von Futterteig langsam sind, leben sie „von der Hand in den Mund“ und bauen kaum Vorräte auf.
  3. Bessere Bauleistung: Die Bauleistung der Bienen ist bei flüssiger Fütterung besser als bei Futterteig. Mittelwände werden also schneller ausgebaut.
  4. Preisgünstig: Zuckerwasser ist weniger teuer, auch das kann ein guter Grund für den Imker sein.

Wie wird Flüssigfutter hergestellt?

Flüssigfutter wird angerührt, indem 3 Teile Zucker in 2 Teilen Wasser aufgelöst werden. Das Wasser sollte maximal handwarm sein. Wenn das Wasser zu heiß ist, bildet sich HMF im Futter. Dies kann die Gesundheit der Bienen schädigen. Alternativ kann auch fertiger Invertzuckersirup gekauft werden.

Das flüssige Futter wird am besten in einem Fütterer angeboten. Gut und günstig ist ein aufgeschnittener Tetrapak. Hier unbedingt darauf achten, dass Schwimmhilfen (Korken/Stroh/Äste) gegeben werden, damit die Bienen nicht ertrinken. Außerdem muss stets kontrolliert werden, dass noch genügend Futter vorhanden ist. Ein Tetrapak fasst nur einen knappen Liter. Der ist schnell verbraucht.

In welchen Fällen ist Futterteig geeignet?

Futterteig ist gut geeignet für Wirtschaftsvölker direkt nach dem Abschleudern. Hat man wenig Zeit, die Ableger laufend flüssig nachzufüttern, ist Futterteig ebenfalls besser als die Bienen hungern zu lassen. Der Teig sorgt dann immerhin für einen konstanten Futterstrom. Jungvölkern sollte aber erst dann Futterteig bekommen, wenn sie eine Zarge sehr gut ausfüllen.

Vorteil von Futterteig: Im Gegensatz zum Zuckerwasser besteht kein Risiko auf Räuberei. Deshalb ist er auch für größere Standplätze im Spätsommer geeignet. Bei Zuckerwasser oder Sirup deshalb immer sauber arbeiten, um Räuberei zu vermeiden.

Woraus besteht der Futterteig?

Der fertig zu kaufende Futterteig besteht aus Puderzucker und einer Invertzuckerlösung. Man kann ihn aber auch einfach selbst herstellen. Dazu mischt man 3 kg Honig mit 10 kg Puderzucker. Der selbst gemischte Futterteig mit Honig wird besser abgenommen als ein Fertigfutterteig. Er eignet sich auch sehr gut für Begattungskästchen.

cas/08.05.2019

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