Entdeckeln: Warum schmeckt mein Honig nach Wachs?

Beim Verkosten eines Honigs entdeckt man manchmal einen leichten Wachsgeschmack. Dies kann auch an der Entdeckelungsmethode liegen. Wie kann man verhindern, dass Honig nach Wachs schmeckt?

Entdeckeln mit dem Heizmesser. Foto: J.Schwenkel
Entdeckeln mit dem Heizmesser. Foto: J.Schwenkel

Beim Verkosten eines Honigs entdeckt man manchmal einen leichten Wachsgeschmack. Dies kann auch an der Entdeckelungsmethode liegen. Wie kann man verhindern, dass Honig nach Wachs schmeckt?

Damit Ihr Honig nicht nach Wachs schmeckt, sollte das Entdeckelungsmesser richtig angewandt werden. Allerdings ist es problematisch, den eigenen Honig mit einem Honig von einem anderen Stand und Jahrgang zu vergleichen. Denn frisch geschleuderter Honig schmeckt immer anders als abgelagerter.

Wie entdeckelt man mit einem elektrisch beheizten Messer?

Der große Vorteil des elektrisch beheizten Entdeckelungsmessers: Das Entdeckeln geht viel schneller als mit der Entdeckelungsgabel.

Besonders schnell geht es, wenn die Honigwaben hell sind, also unbebrütet, und gleichmäßig ausgebaut wurden. Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass beim Entdeckeln mit dem Messer geschmolzenes Wachs wieder über die Wabenflächen läuft und der Honig eventuell einen Wachsgeschmack annimmt

Helle oder dunkle Waben?

Bebrütete Waben zu entdeckeln, ist problematischer. Das Messer muss dazu heißer sein. Somit steigt die Gefahr, dass Honig karamellisiert. Flüssiges Wachs kann in Kontakt zum Honig kommen und diesen geschmacklich beeinträchtigen. Wenn man helle und dunkle Waben vorliegen hat, sollte man zuerst die hellen entdeckeln – mit niedriger Temperatur – und anschließend die dunkleren – mit höherer Temperatur.

Elektrisch entdeckeln – so geht‘s

Zum Entdeckeln sollte die Wabe hochkant mit der Schmalseite über einem Entdeckelungstisch oder einer Wanne aufgestellt werden. So lässt sie sich leicht drehen und die günstige Neigung finden.

Die Wabe sollte etwas nach vorne geneigt werden, damit das abgeschnittene Wachs nicht auf die Wabe zurückfällt. Zunächst sollte man die unteren Zweidrittel der Wabe von oben nach unten entdeckeln, dann das restliche Drittel von unten nach oben. Bei dieser Methode bleibt das Messer heiß, weil nur wenig Honig und Wachs darüber. Anschließend wird die andere Seite der Wabe genauso bearbeitet.

Die Gefahr des Karamellisierens bleibt gering. So dürfte es zu keiner Geschmacksbeeinträchtigung des Honigs durch das Wachs kommen.

cas/10.06.2018