Was tun, bei zu hohem Wassergehalt vom Honig?

Wenn Honig wie Wasser aus der Schleuder rinnt, ist der Wassergehalt zu hoch. Selbst Honig, der zu feucht geerntet wurde, kann noch gerettet werden – mit einem einfachen Trick.

Honig im Abfüllkübel. Foto: Janine Fritsch
Honig im Abfüllkübel. Foto: Janine Fritsch

Die Bienen tragen Nektar ein, der einen Wassergehalt von etwa 80 Prozent hat. Sie verwandeln ihn in Honig. Honig sollte nicht mehr als 20 Prozent Wasser enthalten. Woran merkt man, dass der Honig reif ist zum Schleudern? Dies stellt man am besten mit einem Refraktometer fest, allerdings nimmt man dafür Stichproben. Es kann sein, dass in der getesteten Wabe der Honig reif war, in anderen aber nicht. Insgesamt kann das dann einen Honig mit zu hohem Wassergehalt ergeben. Daher sollte man beim Schleudern den Honig stets beobachten: Bildet er im Auffanggefäß Kegel? Dann ist alles in Ordnung. Wenn der Honig jedoch keine Kegel bildet, sollte man sofort aufhören zu schleudern. Spätestens jetzt sollte man mit einem Refraktometer den Wassergehalt prüfen.

Was tun, bei zu hohem Wassergehalt

Was tun, wenn man während des Schleuderns entdeckt, dass der Honig noch nicht reif war? Zunächst sollte man die noch nicht geschleuderten Waben entdeckeln oder zumindest die Wachsdeckel der Zellen Entdeckelungsgabel aufritzen. Die so behandelten Waben gibt man wieder zurück an die Bienen. Man hängt sie zurück in die Honigräume.

Dabei kommt es auch auf die Verteilung an. Am besten werden bis zu vier Waben mit zu trocknendem Honig in die Mitte der Zarge gehängt, rechts und links davon werden Leerwaben oder Mittelwände eingefügt. Hier können die Bienen eventuell frisch eingetragenen Nektar speichern. Ist die Tracht schon zu Ende oder nicht mehr allzu üppig, kann man die Waben auch im Wechsel mit Leerwaben einhängen.

Alternative: Honig wieder verfüttern

Was aber, wenn der gesamte Honig schon geschleudert wurde und der Imker dann erst merkt, dass der Wassergehalt zu hoch ist und der Honig noch nicht reif war? In diesem Fall kann der Honig als Bienenfutter dienen. Aber Achtung: Wer Honig verfüttert, muss sich gegen Räuberei schützen. Das heißt, es wird möglichst abends gefüttert. Außerdem werden alle Völker am Stand gefüttert, sonst würden die nicht berücksichtigten Völker zu Räuberei verleitet.

Auch im flüssigen Honig können Bienen ertrinken oder festkleben. Daher Schwimmhilfen oder geeignete Fütterer verwenden.

Der so verfütterte Honig kann je nach Jahreszeit später eventuell erneut geerntet werden, sobald er getrocknet und verdeckelt ist. Man muss jedoch von einem Verlust von etwa einem Drittel der Menge ausgehen.

cas/05.06.2019