Was tun mit einem Bienenschwarm?

Bei einem Bienenschwarm zieht die alte Königin mit einem Teil der Bienen aus - ein Naturspektakel. Doch was ist zu tun, wenn man einen Bienenschwarm?

Der Bienenschwarm hängt an den Ästen in einem Baum. Foto: Adobe Stock/Thomas Söllner – stock.adobe.com
Der Bienenschwarm hängt an den Ästen in einem Baum. Foto: Adobe Stock/Thomas Söllner – stock.adobe.com

Einen Bienenschwarm zu finden, der sich an einem Baum niedergelassen hat, ist immer ein aufregendes Erlebnis. Eine große Menge Bienen, meist über 10.000 Einzelexemplare, hängen in einer Traube an einem Ast oder einem anderen geeigneten Ort. Im Inneren des Schwarms steckt die bisherige Königin des Volkes. Sie wird von der Schwarmtraube geschützt, denn sie ist der Garant fürs Überleben des Volkes. Zurückgeblieben ist der Rest des Volkes mit einer jungen, noch unbegatteten Königin.

Wie finde ich einen Imker, der den Schwarm einfängt?

Ein Imker kann den Schwarm einfangen und in seine Bienenwohnung einziehen lassen, wo er das Volk optimal betreut. Helfen Sie daher den Bienen, wenn Sie einen Bienenschwarm finden. Rufen Sie den nächsten Imker an. Am einfachsten finden Sie die Kontaktdaten beim örtlichen Imkerverein oder in einer Schwarmbörse im Internet. Ein Beispiel: “Die Schwarmbörse”
Der Imker wird erfreut sein, den Bienenschwarm einzufangen. Bestimmt dürfen Sie beobachten, wie er dabei vorgeht.

Stechen schwärmende Bienen?

Auch wenn eine solche Menge Bienen Respekt einflößt – keine Angst: Bienen, die schwärmen, stechen nicht. Denn sie haben nichts zu verteidigen, weder einen Bienenstock mit Brut noch Honigvorräte. Vielmehr sind die Bienen auf der Suche nach einer neuen Heimat. Sie bevorzugen Höhlen in alten Bäumen in etwa fünf Meter Höhe mit ungefähr 40 bis 60 Liter Inhalt. Dazu sendet der Schwarm Spurbienen aus, die geeignete Stellen auskundschaften und davon berichten. Dazu nutzen sie den Schwänzeltanz, mit dem sie auch über Trachtquellen informieren. Die Bienen entscheiden sich dann für den am besten geeigneten Platz für den Aufbau eines neuen Bienenvolkes.

Findet der Bienenschwarm eine natürliche Behausung?

Die Zeit drängt: Innerhalb von drei Tagen müssen die Bienen eine neue Unterkunft finden. Danach ist der Honigvorrat verbraucht, den sie in ihrer Honigblase mitgenommen haben. Wird die Schwarmtraube von schlechtem Wetter überrascht und kann nicht weitersuchen, gerät sie in Gefahr. Auch ein starker Regen kann dem Schwarm gefährlich werden.

Dabei gibt es immer weniger Auswahl an natürlichen Behausungen für Bienen. Alte Bäume mit Spechtlöchern sind selten geworden. Daher ziehen Bienenschwärme auch in Hohlräume von Gebäuden ein, wenn diese groß genug sind. Dies führt dann meist zu Problemen mit den Menschen, die dort wohnen.

Selbst wenn sie eine geeignete Wohnstätte finden, haben Bienen ohne die Betreuung eines Imkers wenig Überlebenschancen. Wild lebende Völker fallen in Deutschland meist der Varroamilbe zum Opfer.

Mehr zum Thema:

Was passiert, wenn Bienen schwärmen?

Buchtipp: Auf der Spur der Wilden Bienen

cas/07.06.2019