we4bee: In der Schule mit Hightech-Bienenstock forschen

Bienenforscher Prof. Dr. Jürgen Tautz hat ein neues Projekt: Mit dem vernetzten Bienenstock "Smart Hobos" können Schüler bald das Leben der Honigbienen erforschen. Ziel ist ein weltweites Netzwerk an Forschungsstationen.

Der bisherige Hobos-Hightech-Bienenstock
Der bisherige HOBOS-Hightech-Bienenstock. Foto: Hobos-Team

Schüler können bald mit einem Hightech-Bienenstock das Leben der Bienen erforschen. Dahinter steckt Bienenforscher Prof. Dr. Jürgen Tautz mit seinem neuen Projekt we4bees. Die Schüler werden dabei mit einem Hightech-Bienenstock arbeiten, der im Rahmen des Forschungsprojektes HOBOS (HOneyBee Online Studies) entwickelt wurde. Bei diesem vernetzten Bienenstock werden mit Kameras und Sensoren laufend Daten zum Zusammenleben des Bienenvolkes erhoben.

Die Entwicklung des HOBOS-Hightech-Bienenstocks

An der Uni Würzburg entwickelte das HOBOS-Team um Bienenforscher Professor Dr. Jürgen Tautz seit 2006 einen Hightech-Bienenstock, den „Smart Hobos“. Ein Exemplar stand bisher neben dem Audi-Werk in Münchsmünster. Der vernetzte Bienenstock erfasst laufend viele Facetten des Superorganismus des Bienenstaates. So werden beispielsweise mit Infrarot- und Wärmebildkameras Daten erfasst. Andere Sensoren messen Werte wie Feinstaubbelastung oder Luftdruck. Die Daten werden alle gespeichert, ausgewertet und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Bisher wurde so unter anderem das Schlafverhalten der Bienen erforscht. Das Projekt in Münchsmünster lief allerdings im Herbst 2018 aus. Der Gund: Über zwei Jahre wurden schon so viele Daten gesammelt, die sich jedes Jahr wieder ähneln. Dafür soll es nun ein Projekt mit noch größerer Reichweite geben…

Das Projekt we4bee: Mit dem Hightech-Bienenstock forschen

Ab 2019 können auch Schulen und andere Einrichtungen mit „Smart Hobos“ arbeiten und forschen. Dahinter steckt die gemeinnützige Unternehmergesellschaft „we4bee UG“, die von der Audi-Stiftung für Umwelt gefördert wird. Gearbeitet wird mit einer abgespeckten Version des Bienenstockes aus Münchsmünster, den Schüler selbst bedient können. Tautz beschreibt die Bienen als „Schlüsselorganismus“ für die gesamte Natur und freut sich deshalb über das Interesse junger Menschen. Das Projekt sei deshalb so schön, da es Natur und Technik vereint und praxisnahen Unterricht ermöglicht. Als Basis dient eine Top-Bar-Hive-Beute, deren Vorteil eine einfache Handhabe ist. Die Schüler können so selbst an den Bienen arbeiten und an ihnen forschen. So werden ständig Werte wie Temperatur, Feuchtigkeit, Gewicht aber auch akustische und chemische Signale gemessen. Die Daten werden dann über WLAN an die Uni Würzburg gesendet, die sie speichert und auswertet. Mithilfe der Auswertungen sollen die Umwelteinflüsse an verschiedenen Orten erforscht werden, beispielsweise Unterschiede zwischen Stadt und Land. Die Schüler können so selbst an der Wissenschaft teilhaben und sich einbringen. Zudem wird Lehrmaterial zur Honigbiene zur Verfügung gestellt. Ein Ziel von „we4bee“ ist es langfristig ein weltweites Netz an Forschungsstationen aufzubauen.

Wie kann man mitmachen?

Ausgegeben werden vorerst 100 Hightech-Bienenstöcke. Dafür können sich Schulen, aber auch Universitäten, Museen und andere soziale Einrichtungen bewerben. Eine Bewerbung sollte aus einem Motivationsschreiben, sowie einem kurzen Video bestehen. Der Bewerbungsschluss ist der 15.02.2019, eine Jury wählt dann die 100 Teilnehmer aus und informiert diese bis zum 08.03.2019. Die Hightech-Stöcke sollen dann ab April versandt werden. Die we4bee-Bienenstöcke sind eine kostenlose Leihgabe. Da es sich um ein langfristiges Projekt handelt, sollen die Bienen auch länger als ein Jahr betreut werden. Imkerliches Grundwissen ist dabei von Vorteil, die Eingriffe können aber auch von einem erfahrenen Imker übernommen werden. Die erhobenen Daten kann jeder online einsehen.

Weitere Infos zum Projekt und der Bewerbung finden Sie hier: we4bee Lernen und Forschen mit Bienen

bbu/25.01.2019

 

Interesse an einem Schnupperabo? Hier klicken und unverbindlich testen.