Braucht Honig ein Mindesthaltbarkeitsdatum?

Auch Honig braucht ein Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD). Experten empfehlen zwei Jahre ab Abfüllung. Bei richtiger Lagerung ist er aber länger haltbar.

Das Mindesthaltbarkeitsdatum des Honigs sollte immer auf dem Etikett stehen. Foto: Boris Bücheler
Das Mindesthaltbarkeitsdatum des Honigs sollte immer auf dem Etikett stehen. Foto: Boris Bücheler

Jeder Imker kann das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) seines Honigs selbst festlegen. Empfohlen wird: Ab Abfülldatum zwei Jahre. Bei Heidehonig oder Honigen mit einem Wassergehalt über 18 Prozent kann das MHD auch kürzer sein. Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist eine Vorgabe des Lebensmittelrechts, muss also auf jedem Honig angegeben sein. Laut Honigverordnung muss der Honig bis zu diesem Datum (bei richtiger Lagerung) seine spezifischen Eigenschaften behalten. So garantiert der Imker, dass der Honig auch solange genießbar ist. Auf Etiketten mit Loskennzeichnung genügt die Angabe von Monat und Jahr, Beispiel: September 2021. Die Loskennzeichnung kann entfallen, wenn auch der Tag angegeben, zum Beispiel 31.21.2021. Es ist trotzdem hilfreich die Chargen zu dokumentieren.

Wie lange ist Honig haltbar?

Wird Honig richtig gelagert, ist er lange haltbar. In ägyptischen Pyramiden fand man über 3.000 Jahre alten Honig, der unverdorben und mikrobiologisch noch in Ordnung war. Allerdings war der Honig nicht mehr genießbar. Der Honig wird zwar nicht schlecht – anders als Wein – verliert er aber sein Aroma. Dies dauert aber mehrere Jahre – guter Honig ist bis dahin meist aufgegessen.

Wie lagere ich Honig richtig?

Kühl, damit er sich nicht entmischt. Ideal ist eine Temperatur von vier Grad – der Honig ist dann aber hart und nicht streichfähig. Als Imker ist es also gut, den Honig im kühlen Keller zu lagern.Unter 15 Grad verändert sich der Honig praktisch nicht. Honig-Liebhaber, die ihren Honig schnell verbrauchen, können ihn auch bei Zimmertemperatur im Küchenschrank lagern. Wird der Honig jedoch länger über 18 Grad gelagert, kann er sich entmischen: Unten bildet sich dann eine feste Phase aus Zuckerkristallen, oben eine flüssige, dunkle Schicht. Diese enthält Wasser, Fruktose und andere Bestandteile. Aufgrund des höheren Wassergehalt beginnt diese Phase schneller zu gären.
Dunkel, weil Licht die Enzyme im Honig zerstört. Dann verliert der Honig unter anderem seine desinfizierende Wirkung. Auch die Vitamine leiden unter Lichteinfall.
Trocken, da Honig Wasser anzieht und er so gären kann. Gläser oder Hobbocks also immer luftdicht verschließen. Außerdem kann Honig über Feuchtigkeit Fremdgerüche annehmen.

Warum wird Honig nicht schlecht?

Der Zucker bindet das im Honig enthaltene Wasser. Deshalb können sich keine Mikroorganismen entwickeln. Säuren und Enzyme verhindern, dass sich Bakterien und Pilze entwickeln können. Daher schimmelt Honig nicht.
Trotzdem kann Honig gären, wenn er zu nass geerntet oder nicht luftdicht gelagert wurde. Eine Gärung erkennt man an Blasenbildung. Auch geschmacklich ändert sich der Honig: Er wird fruchtiger und schmeckt nach Alkohol, vergleichbar mit einer überreifen Banane. In manchen Ländern gilt dies als Delikatesse. In Deutschland darf gärender Honig nicht als Honig verkauft werden. Er kann noch zum Backen oder für die Met-Herstellung verwendet werden. Backhonig hat mit etwa zwei Europro Kilogramm aber nur einen geringen Verkaufspreis.

Auf das Etikett muss nicht nur das Mindesthaltbarkeitsdatum: Diese Angaben müssen auf ein Honig-Etikett

Weitere Informationen zur Honig gibt es beim DIB unter Merkblätter Honiggewinnung

bbu/23.09.19