Wieviel Honig bringt ein Bienenvolk?

Eine der häufigsten Fragen an Imker ist die nach der Honigmenge. Wie viele Kilo Honig liefert ein Bienenvolk im Jahr? Die geerntete Menge ist ein entscheidender Baustein der Kostenkalkulation einer Imkerei. Allerdings hängt die Honigmenge von vielen Faktoren ab.

Honigwaben, Foto: Armin Spürgin
Honigwaben, Foto: Armin Spürgin

Anfänger und am Imker Interessierte möchten oft zunächst wissen, wie viele Völker sie halten müssen, damit der Honig für die ganze Familie reicht. Oder sie möchten ausrechnen, ab wann sie die Kosten für die Imkereigeräte durch den Honigverkauf wieder ausgeglichen haben. Um den Gewinn einer Imkerei, sei es groß oder klein, zu kalkulieren, muss man den Honigertrag kennen. Das hessische Umweltministerium gibt den Honigertrag pro Bienenvolk mit durchschnittlich etwa 30 kg je Volk und Jahr an.

Dies ist der langjährige Durchschnitt. Die Honigmenge pro Jahr und Volk kann stark schwanken.

Voraussetzungen für eine gute Honigernte sind:

  • Flugwetter zu den Trachtzeiten,
  • genügend Trachtquellen,
  • starke Bienenvölker und
  • geschicktes Handeln des Imkers.

Ist es während der Obstblüte zu kalt für den Bienenflug, ist die Robinienernte verregnet und stehen die Linden später im Sommer zu trocken, kann die Honigernte sehr viel geringer ausfallen als im angegebenen Durchschnitt.

Wie kann der Imker die Honigernte beeinflussen?

Der Imker sollte darauf achten, dass seine Völker rechtzeitig zur Tracht stark sind. Völker mit hohem Schwarmtrieb bringen kaum Honig. Völker mit alten Königinnen sind in der Regel zu schwach, um eine gute Ernte zu gewährleisten. Nicht zuletzt hat auch die Art der Beute Einfluss auf die Honigmenge. In einer Dadant-Beute lässt sich der Brutraum z.B. angepasst an die Zahl der Bienen einengen, sodass Honig aus dem Brut- in den Honigraum gedrückt wird.

Was misst eine Stockwaage?

Die Stockwaage misst mehrmals täglich das Gewicht der Beute samt Inhalt, meist auch andere Daten wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Niederschlag und Stocktemperatur. Imker, die also ganz genau wissen wollen, wie sich die Honigernte gerade entwickelt, stellen eine Stockwaage unter ein Bienenvolk. Die Daten können auf das Handy übermittel werden. So lässt sich die tägliche Zu- und Abnahme des Honigertrags beobachten. Einen Großteil des eingetragenen Honigs verbrauchen die Bienen selbst, nur ein geringer Teil wird für den Imker übrig blieben. Eine hohe Tageszunahme des Gewichtes bei sonnigem Wetter kann durch eine Woche Regen wieder zunichte gemacht werden. Die Tageszunahme kann bei bis zu 1,5 Kilo liegen. Stockwaagenberichte sind im Internet öffentlich einzusehen, etwa beim Trachtnet des Bienenzentrums Mayen.

Trachtnet Bienenzentrums Mayen

cas/28.05.2018