Winterverluste 2019/2020: Etwa 15 Prozent der Bienenvölker gestorben

Das Fachzentrum für Bienen und Imkerei Mayen meldet, dass etwa 15 Prozent der Bienenvölker den Winter nicht überlebt haben. Ursprünglich hatten die Wissenschaftler höhere Verluste erwartet.

Die Varroamilbe gilt weiterhin als Hauptursache für Winterverluste bei Bienen. Foto: Boris Bücheler
Die Varroamilbe gilt weiterhin als Hauptursache für Winterverluste bei Bienen. Foto: Boris Bücheler

In Deutschland haben zwischen 14,6 % und 16,4 % (je nach Berechnungsweg) der Bienenvölker den Winter nicht überlebt. Das teilte Dr. Christoph Otten vom Fachzentrum für Bienen und Imkerei in Mayen, nach der Auswertung einer Imker-Umfrage mit 15.000 Rückmeldungen, mit.

Imker-Umfrage zu Winterverlusten bei Bienen

Insgesamt beteiligten sich knapp 12.000 Imker mit 152.500 eingewinterten Völkern an der anonymen Umfrage. Dabei überlebten etwas mehr als 22.000 Bienenvölker den Winter nicht. Die höchsten Verlustquoten gab es in den Stadtstaaten Bremen und Hamburg und in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. Hier geht es zu den Ergebnissen: Winterverluste 2019/2020

Das Fachzentrum für Bienen und Imkerei macht regelmäßig Umfragen zu Völkerverlusten, aber auch zur Honigernte. Mehr Informationen: Fachzentrum Bienen und Imkerei

Trotz warmem Winter: Weniger Verluste als erwartet

Viele Imker fürchten in warmen Wintern hohe Verluste, da die Bienen dann eher brüten, sich die Varroamilbe in der Brut weiter vermehren kann und die Winterbehandlung mit Oxalsäure teilweise nicht wie gewünscht wirkt. Untersuchungen des Fachzentrums für Bienen und Imkerei zeigen aber, dass sich kalte Winter eher negativ auf die Überwinterung auswirken als warme. Dafür haben die Wissenschaftler eine andere Beobachtung gemacht: Je früher die Tracht einsetzt (die Bienen tragen mehr Futter ein, als sie verbrauchen), umso höher sind im folgenden Winter die Verluste. Das hängt damit zusammen, dass die Bienen dann bereits früh viel brüten. In der Brut kann sich die Varroamilbe vermehren, die vor allem im Spätsommer die Winterbienen schädigt. Da die Tracht 2019 früh eingesetzt hatte und Imker bereits im Sommer und Herbst Verluste beklagten, hatten die Wissenschaftler eigentlich mit höheren Verlusten gerechnet.

Weitere Beobachtungen zum Thema Überwinterung von Dr. Christoph Otten finden Sie in der bienen&natur-Ausgabe 03/2020: bienen&natur März 2020

Winterverluste: Hauptursache Varroa

Die Gründe für Winterverluste bei den Bienen können vielfältig sein. Späte Trachten, falsches Futter oder schwache Bienenvölker – meist sind jedoch die Varroamilbe und Viren, die sie überträgt, schuld an toten Bienenvölkern.
Zum Online-Artikel: Mein Volk ist tot – wieso?

bbu/04.05.2020

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