Zucker, Enzyme, Vitamine: Woraus besteht Honig?

Honig ist mehr als Zucker. Honig besteht aus verschiedenen Zuckern, Aminosäuren, Enzymen und Spurenelementen. Die Mischung macht’s – welche Bestandteile sind besonders gesund?

Frisch abgefüllt schmeckt Honig immer noch am besten und enthält alle wertvollen Inhaltsstoffe. Foto: Janine Fritsch
Frisch abgefüllt schmeckt Honig immer noch am besten und enthält alle wertvollen Inhaltsstoffe. Foto: Janine Fritsch

Hauptbestandteil: Zucker

Honig besteht aus etwa 80 Prozent Zucker. Dabei handelt es sich um ganz verschiedene Zuckerarten. Je nach Honig, also von welchen Pflanzen er stammt, sind es hauptsächlich Einfachzucker wie Traubenzucker (Glukose), Fruchtzucker (Fruktose). Daneben kommen auch Zweifachzucker wie Haushaltszucker (Saccharose) und Malzzucker (Maltose) und andere Mehrfachzucker vor. Es gibt im Honig Zuckerarten, die anders als reiner Haushaltszucker verdaut werden. Traubenzucker gelangt z. B. über den Darm schnell ins Blut, während Fruchtzucker und Mehrfachfachzucker verzögert aufgenommen werden. Der Blutzuckerspiegel steigt und sinkt nach dem Honigverzehr daher nicht so abrupt wie nach “normalen” Süßigkeiten, sondern langsamer. Das ist ernährungsphysiologisch günstiger.

Wozu dienen Enzyme?

Honig enthält auch Enzyme, etwa Invertase. Sie spaltet Saccharose in Glukose und Fruktose auf. Invertase lässt auch Zuckerarten entstehen, die nur in Honig vorkommen. Die Diastase spaltet Stärke in Malzzucker. Beide wirken somit verdauungsfördernd. Das Enzym Glukoseoxidase wandelt mithilfe von Sauerstoff aus der Luft den Traubenzucker im Honig um und setzt dabei Wasserstoffperoxid frei, einer der wichtigen Inhibine im Honig. Dieser Stoff wirkt antibakteriell und hilft, den Honig zu konservieren. Enzymreicher Honig ist besonders gesund.

Aminosäuren für Geschmack und Farbe

Die Aminosäuren im Honig sind unter anderem für Aroma und Farbe des Honigs verantwortlich. Als Grundbausteine dienen sie im Körper für den Aufbau von lebensnotwendigen Eiweißen. Im Honig sind Aminosäuren nur in winzigen Mengen enthalten. Am häufigsten kommt das von den Bienen zugesetzte Prolin vor. Es unterstützt im Körper die Bildung des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin. Auch das macht den Honig so gesund.

Ist Pollen im Honig gesund?

Honig, der nicht stark gefiltert wurde, enthält auch Pollen der Trachtpflanzen. Pollen sind die männlichen Keimzellen der Blütenpflanzen. So vielfältig wie die Bienenweide ist auch der Pollen. Er enthält hauptsächlich Eiweiße und Vitamine. Der Pollen kommt im Honig nur in minimalen Mengen vor und ist für Allergiker nicht gefährlich. Er kann unter Umständen aber zur Desensibilisierung und so zur Linderung der Allergie beitragen.

Ein wichtiger Bestandteil des Pollen sind sind freie Aminosäuren. Diese kann der Mensch nicht selbst bilden, sie müssen über die Nahrung aufgenommen werden. Der Körper benötigt sie, um Schäden an Zellen zu reparieren oder neue Zellen aufzubauen. Zu den Aminosäuren gehören etwa Leucin, Isoleucin, Lysin, Methionin, Phenylalanin, Threonin, Tryptophan und Valin. Pollen stärkt das Immunsystem.

Vitamine und Mineralstoffe

Honig enthält Vitamine in geringen Mengen, darunter auch das Vitamin C, das allgemein die Leistungskraft stärkt und vor Erkältungen schützt. Kein Wunder, dass der gesunde Honig als Hausmittel von alters her bei Erkrankungen als Heilmittel genutzt wird. Mineralstoffe und Spurenelemente sind weitere wertvolle Bestandteile des Honigs.

jfr/cas 3.7.2019