Bestäubung durch Insekten: Älter als vermutet?

Käfer in Bernstein
Fund in Bernstein: Käfer Cretoparacucujus cycadophilus mit Pollen von Palmfarnen. Quelle. Chenyang Cai, NIGPAS

Ein 99 Millionen Jahre alter in Bernstein eingeschlossener Käferfund in Birma gibt nun einen weiteren Hinweis darauf, dass die Bestäubung von Pflanzen durch Insekten bereits in der frühen Kreidezeit, also vor etwa 140 Millionen Jahren, begonnen hatte.

Zu diesem Ergebnis kommt eine internationale Studie. Der Fund enthielt neben dem Käfer auch Pollen von Palmfarnen. Den Käfer bestimmten die Wissenschaftler um Chenyang Cai von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften.

Käfer statt Bienen – die Anfänge der Bestäubung

Verwandte des Käfers leben heute in Südafrika und Australien. Das könnte also bedeuten, dass ihre Vorfahren bereits vor 175 Millionen Jahren gelebt haben, zur Zeit des Großkontinents Gondwana, vermutet Chenyang Cai. Das wäre lange bevor sich die Bedecktsamer, also Blütenpflanzen, die häufig auf Bestäubung angewiesen sind, ausgebreitet haben: Die ersten sicheren Nachweise von Bedecktsamern fand man im Nordosten Chinas in Jura-Erdschichten, die mehr als 140 Millionen Jahre alt sind. Doch die große Ausbreitung der Blütenpflanzen war wohl erst vor etwa 90 Millionen Jahren.

Der direkte Beweis für die Bestäubung durch Käfer lange vor der großflächigen Aubreitung von Blühpflanzen und der Entwicklung von bestäubenden Bienen, ist schwierig, da Insekten aus der frühen Jurazeit meist als komprimierte Fossilien und nicht in Bernstein gefunden werden.

Link zur Studie auf Current Biology