Das aktuelle Heft – bienen&natur 08/2022

erscheint am 28.07.2022

Einfüttern

Zum Ende der Bienensaison müssen die Honigbienenvölker so viel Futter haben, dass sie damit problemlos den Winter überstehen – bis es im nächsten Jahr wieder honigt. Den größten Futterverbrauch haben Bienenvölker im zeitigen Frühjahr zur Brutaufzucht. In unserem Titelthema widmen wir uns den verschiedenen Futterarten und Fütter-Methoden. Bruno Binder-Köllhofer zeigt die jeweiligen Vor- und Nachteile auf. Dr. Johannes Wirz beleuchtet das Herangehen in der wesensgemäßen Imkerei und beantwortet die Frage, ob Kräutertee im Futter sinnvoll ist.

Außerdem haben wir mit Detlev Rausch von Südzucker über die Auswirkungen der Inflation auf den Zuckermarkt und damit auf unser Bienenfutter gesprochen.

Lesen Sie vorab das Interview mit Detlev Rausch in unserem Digitalmagazin: „Ohne Energie können wir keinen Zucker produzieren“

Monatsbetrachtung: Spättracht-Ernte, Wintervorbereitung

Ein Monitoring über den Milbendruck in der Praxis ist unabdingbar geworden für erfolgreiches und annähernd verlustfreies Imkern. Mit den Milben werden die Bienen durch Viren, wie etwa das Flügeldeformationsvirus (DWV – Deformed Wing Virus) und andere Erkrankungen wie Nosema, geschwächt und kommen unter einen kritischen Krankheitsdruck. Die Milbe injiziert nicht nur Viren in Bienen oder Brut, sondern hinterlässt im Einstichbereich auch zersetzende Enzyme, die weiterwirken. Wenn der Ausbruch der Krankheit sichtbar wird, dann ist es in der Regel zu spät. Aus diesem Grund sollten wir am besten ganzjährig den Befallsgrad kontrollieren, um diesem Prozess nicht hinterherzurennen. Ein gutes Varroa-Monitoring hilft bei der Auswahl der nächsten Bienengeneration, gerade auf der Vaterseite, enorm. Es gibt zum Zählen verschiedene Methoden mit jeweils Vor- und Nachteilen.

Thema des Monats: Neuaufbau der Imkerei

Dieses Mal beschäftigen wir uns mit dem Einfüttern und der Behandlung von Bienenvölkern. Außerdem geht es um die Frage, wann und wie Königinnen am besten umgeweiselt werden.

Senden Sie uns Fragen und Fotos vorab zu: info@pin-test.com; Online-Fragestunde am Mittwoch, dem 24.08.2022 um 19:00 Uhr. Anmeldung unter: www.pin-test.com/schulungen

Mehrfache Eiablage im Drohnenrahmen, ist das normal?

bienen&natur-Leserin Bärbel Schermer aus 80997 München fragte in der Juniausgabe: Ich bin seit etlichen Jahren Hobbyimkerin und arbeite dabei mit meinem Vater zusammen, der bereits seit 40 Jahren imkert und mir bisher eigentlich immer meine Fragen beantworten konnte. Doch vergangene Woche waren wir beide ratlos: Bei der Durchsicht eines vermeintlich weisellosen Volkes (das aber dann doch ein kleines Brutnest aufwies), das uns kürzlich zwei Anfänger zur Übergangspflege gebracht haben, entdeckten wir im Drohnenrahmen in jeder Zelle eine mehrfache Eiablage, und zwar 2-7 Eier! Das hatten wir noch nie gesehen. Ist das normal? Und wie kommt sowas zustande?

bienen&natur-Leser Lothar Schmidt aus 76534 Baden-Baden schrieb in der Maiausgabe: Seit ich imkere (Hobby), sind mir noch nie Bieneneier im Gemüll aufgefallen. Dieses Jahr das erste Mal und nur bei einem Volk und dann gleich etwa 50 Stück pro Tag. Das Volk verhält sich im Übrigen völlig normal. Sind Bieneneier auf dem Bodenschieber normal?

Antworten auf beide Fragen gibt’s bei uns im Heft und im Digitalmagazin: „Bieneneier – mehrfach abgelegt oder auch heruntergefallen“

Weitere Themen im August-Heft:

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Editorial aus dem August-Heft von bienen&natur

Boris Bücheler, Chefredakteur bienen&natur
Boris Bücheler, Chefredakteur bienen&natur

Ohne Futter geht nix

Unsere Verkäuferin im ZG-Raiffeisen-Markt war dieses Jahr erstaunt, als wir für die Ableger im Mai mal ein paar Packungen APIinvert wollten. Im letzten Jahr hätten die Imker um diese Zeit doch schon viel mehr Futter gebraucht…

Ja, 2021 war besonders und zeigt deshalb, weshalb Futter so wichtig und unverzichtbar ist. Bienenvölker benötigen immer Futter und dürfen niemals hungern. Entweder kommt es aus der Natur – in Form von Nektar – oder wir Imker müssen notgedrungen einspringen. Letztes Jahr dürften im Frühjahr bei einigen Imkern sicherlich Völker verhungert oder im Energiesparmodus durchs Jahr gestolpert sein. Fehlt langfristig Futter, wird weniger gebrütet und die Brut nicht so gut gepflegt. Damit sind die einzelnen Bienen kurzlebiger und die Völker anfälliger für Krankheiten. Das könnte auch ein Grund für die doch recht hohen Verluste im Winter gewesen sein.

Immerhin: Über ganz Deutschland hinweg wurden die Imker dieses Frühjahr mit einer hervorragenden Ernte belohnt. Eine gute Entschädigung fürs letzte Jahr. Anschließend lief es gemischt, wie man hört: In manchen Regionen gab es tatsächlich Wald- und Tannenhonig, in anderen nicht. Bei der Sommertracht war es wohl ähnlich, in vielen Gegenden war es einfach zu trocken. Letztendlich dürfte die Tracht vielerorts Anfang Juli vorbei gewesen sein.

Was sich die letzten Jahre positiv entwickelt hat: Wir haben immer mehr Blühflächen und Silphie-Äcker, die den Bienen auch im Spätsommer noch etwas Nektar und vor allem Pollen spenden. Hier ist es natürlich verführerisch noch auf eine Tracht zu hoffen. Doch selbst in Jahren mit den besten Bedingungen (nass und viele Flugtage) hatten wir hier bisher nie nennenswerte Überschüsse zum Schleudern. Man hört auch immer wieder Geschichten, dass Imker noch auf eine Tracht hoffen, während in Wirklichkeit ihre Völker am Sonnenblumenfeld hungern. Hier helfen Stockwagen die Situation realistisch einzuschätzen, nicht zu spät abzuräumen, zeitig zu füttern und rechtzeitig zu behandeln, wenn die Bienen nichts mehr finden. Auch wenn die Blühflächen keine Massentracht versprechen, wandern wir sie bewusst an, da die Bienen massig Pollen finden, nicht räubern und deshalb viel entspannter sind.

Passend zum August wählten wir das Titelthema Einfüttern. Für erfahrene Imker mögen das teils Wiederholungen sein, aber bestimmt hilft es auch Ihnen, wenn die Vor- und Nachteile verschiedener Verfahren nochmals zusammengefasst sind. Schließlich finden sich meist auch neue Aspekte dabei.

Ihr

Boris Bücheler