Das aktuelle Heft – bienen&natur 05/2021

erscheint am 28.04.2021

Das aktuelle Heft: bienen&natur 05/2021

Wabenhonig

Fragt man Imker, welcher Honig ihnen am besten schmeckt, antworten viele: Der frische, direkt aus der Wabe. Tatsächlich ist das die Urform des Honigs und der Süße. Mittlerweile schleudern wir Imker den Honig hauptsächlich, deshalb geriet der Wabenhonig etwas in Vergessenheit. Doch in den letzten Jahren kommt er wieder etwas mehr in Mode: Immer mehr Feinschmecker wollen Lebensmittel in ihrer ursprünglichen Form genießen. Wir zeigen die Geschichte des Wabenhonigs, wie man ihn ernten und verkaufen kann.

Monatsbetrachtung: Ableger bilden

Im Mai beginnt für uns und unsere Bienen die arbeitsreichste Zeit des Jahres – an den Bienenständen herrscht nun emsiges Summen und der Geruch von frisch eingetragenem Nektar liegt in der Luft. Unser Monatsbetrachter Martin Gabel erklärt, wie wir Imker den Schwarmtrieb im Auge behalten und lenken können. Dabei zeigt er auch, wie man einen Sammelbrutableger bildet und darin Königinnen aufziehen kann. Außerdem wichtig im Mai: Weitere Honigräume aufsetzen, wenn die Bienen schon Honig gebracht haben und den Drohnenrahmen checken.

Tipps zur Ablegerbildung: Ableger machen – Jungvölker für das nächste Jahr

Diskussion: Die easyBeeBox

Seit Ostermontag debattiert die Imkerschaft über eine neue Beute: die easyBeeBox. Die Erfinder Jan Meyer und Nick Peters haben die easyBeeBox in der TV-Sendung „Die Höhle der Löwen“ vorgestellt und von Investor Nils Glagau 150.000 Euro für 25 Prozent der Firmenanteile bekommen. Doch bei den meisten Imkern kam der Auftritt nicht gut an: Die Gründer suggerierten, jeder könne ohne Vorkenntnisse Bienen halten. Einer der entsetzten Imker war Stefan Haasenleder, der seine Vorbehalte gegen die easyBeeBox dargestellt hat.

Der offene Brief von Stefan Haasenleder: „Imkern ist nicht easy!“

Weitere Themen im Mai-Heft:

  • Porträt: Berufsimkerin Dorothea Heiser
  • Recht: Welcher Steuersatz gilt für Bienenprodukte?
  • Selbermachen: Dusch-Smoothie mit Honig

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Editorial aus dem Mai-Heft von bienen&natur

Boris Bücheler, Chefredakteur bienen&natur
Boris Bücheler, Chefredakteur bienen&natur

Liebe Leserinnen und Leser,

welcher Honig schmeckt Ihnen am besten? Bei mir ist es der erste Honig der Saison, wenn man mit dem Finger durch die Wabe fährt, den Honig schleckt und noch auf dem Wachs herumkauen kann.

Ja, der Wabenhonig ist die ursprünglichste Form von Honig – und kommt wieder in Mode, weshalb wir ihn zum Titelthema auserkoren haben. Klar, die Wabenhonig-Ernte ist eher ein Nischenthema, und ich muss zugeben, dass ich es selbst noch nie ausprobiert habe, weil zwischen Honigschleudern, Schwarmkontrollen und Ablegerbildung meist die Zeit fehlte. Doch wir wollen Sie auch immer wieder inspirieren, etwas Neues auszuprobieren. Nach unserem Januar-Heft habe ich selbst zum ersten Mal Met angesetzt, der mittlerweile ausgeblubbert hat und auf die erste Kostprobe wartet. Auch das ist so schön an unserem Hobby: Wir können viel experimentieren und immer neue Produkte entwickeln. Im Dauer-Lockdown bleibt dann auch mal Zeit für solche vermeintlichen „Spielereien“.

Seit Ostermontag debattiert die Imkerschaft über eine neue Beute: die easyBeeBox. Mehr dazu ab Seite 18. Auch ich finde die easyBeeBox (das Konzept einer Trogbeute ist ja nicht neu) eher unpraktisch und maximal als Schaubeute geeignet. Doch Bienen kann man bekanntlich in vielen Behausungen halten. Die eigentlich schlimme Botschaft: Vor einem Millionen-Publikum wurde suggeriert, dass jeder ohne Vorkenntnisse Bienen halten könne. Wir Imker wissen: Die Bienen brauchen unsere Betreuung – egal, ob wir in Zander, Dadant oder einer easyBeeBox imkern. Viele Laien wissen das leider nicht. Ich denke, dass uns in den nächsten Monaten viele Nicht-Imker darauf ansprechen werden. Dann sollten wir erklären, dass die Bienenhaltung ein schönes Hobby ist, das aber auch viel Verantwortung erfordert, Zeit und Geld kosten kann. Was wir der Bevölkerung auch klarmachen müssen: Imkern kann man nicht mit YouTube-Videos lernen – sondern nur mit Kursen und Imkerpaten, hier haben wir in unseren Vereinen ja funktionierende Ausbildungskonzepte.

Passend dazu zeigt das Bienenjahr bisher, weshalb es für die Imkerei kein Handbuch gibt: Wir mussten im Frühjahr – wie viele Imker – herzhaft nachfüttern, insgesamt kamen die Völker aber super aus dem Winter. Deshalb war ich schon etwas zu früh zu euphorisch und sah uns Anfang Mai schon beim Schleudern. Von wegen. Beim ersten Kälteeinbruch im März haben die Bienen nochmal aufgehört zu brüten, der Schnee Anfang April hat ihnen hingegen gar nichts ausgemacht. Die Völker sind nun stark und warten nur darauf, den einen oder anderen Honigraum zu füllen.

Ich wünsche Ihnen Gesundheit und viel Deckelwachs.

Ihr Boris Bücheler