Das aktuelle Heft – bienen&natur 05/2022

erscheint am 28.04.2022

Waldtracht

Wer dunklen Honig will, muss in den Wald. Dort suchen Imker nach Läusen und den besten Wanderplätzen. Unsere Volontärin Dr. Victoria Seeburger, die intensiv auf dem Gebiet der Waldtracht geforscht hat, weiß: Waldtrachtimker beginnen mit der Laussuche, indem sie einzelne Zweige hochbiegen. Denn, die Läuse leben versteckt auf der Unterseite von Fichten- und Tannenzweigen. Victoria Seeburger erklärt Unterschiede zwischen Lausarten und Waldhonigsorten, wie man gute Wanderplätze findet und wie die Ernte erfolgreich wird.

Doch Einflüsse wie der Klimawandel, Stürme, aber auch die Varroamilbe verändern die Waldtracht. Armin Spürgin beschreibt in seinem Beitrag, wie sich die Waldtracht im Laufe der Zeit verändert hat und wagt einen Blick in die Zukunft

Lesen Sie vorab den Beitrag von Armin Spürgin in unserem Digitalmagazin: „Wie entwickelt sich die Waldtracht?“

Monatsbetrachtung: Sich den Schwarmtrieb zunutze machen

Kraft und Wirkprinzipien des Schwarmgeschehens können wir uns zur Gesundung und Vermehrung zunutze machen. Warum es dabei sinnvoll ist, große Wirtschafts- und kleine Begattungseinheiten zu trennen, erklärt Monatsbetrachter Lutz Eggert.

Wie immer gibt es eine Aufgabe des Monats: Vom Mini zum Monster. Themen werden sein:

  • Das MiniMax-System: verlustfreies Imkern in Ertragseinheiten
  • Immer Königinnenvorrat: MiniPlus als Genpool und Bienenspender
  • Von Klein zu Groß und wieder zurück: Einfaches Wechseln zwischen
  • MiniPlus und Standmaß (Dadant, Zander oder Langstroth)

Senden Sie Ihre Fragen vorab an: info@pin-test.com; Online-Fragestunde am Mittwoch, dem 25.05.2022 um 19:00 Uhr. Anmeldung unter: www.pin-test.com/schulungen

Wie lassen sich Königinnen schonend zeichnen?

bienen&natur-Leserin Josephine Fuß-Reuschel, 77833 Ottersweier, fragte in der Märzausgabe: Ich bin auf der Suche nach Erfahrungen mit dem Zeichnen von Königinnen. In einem Artikel wurde auf Filzstifte verwiesen. Da ich die Quelle nicht mehr finde und vom Zeichnen mit Nagellack wegkommen will, da mir schon mehrfach Königinnen dadurch verloren gingen (vermutlich wurden sie vom Volk abgestochen), möchte ich eine schonendere Methode praktizieren.

Antworten auf diese Frage gibt’s bei uns im Heft und im Digitalmagazin: „Gibt es Alternativen beim Königinnenzeichnen?“

Weitere Themen im Mai-Heft:

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Editorial aus dem Mai-Heft von bienen&natur

Dr. Victoria Seeburger, Volontärin bienen&natur
Dr. Victoria Seeburger, Volontärin bienen&natur

Der Wald schmeckt

Wer einmal einen Löffel Tannenhonig probiert hat, den lässt die Waldtracht nicht mehr los. Für eine erfolgreiche Ernte schätzen wir Imker ein, wann der Wald wo honigt. Meistens dann, wenn es schon genug zu tun gibt, sodass wir unsere Zeit gut einteilen müssen. Wandern wir in die Tracht, müssen auch die Bienen früh aufstehen: Honigtau ist bei allen fliegenden Insekten eine beliebte Energiequelle. Später in der Saison ist die Waldtracht Fluch und Segen zugleich, denn die Varroabehandlung drängt. Dazu kommt der auskristallisierte Zementhonig, der fast nicht zu schleudern ist. Möchte man den vermeiden, muss man rechtzeitig abwandern. Doch all der zeitliche Aufwand lohnt sich für den einmalig würzig-malzigen Geschmack.

Auch ich wurde während meiner Forschung in dem Gebiet belohnt: Mit Momenten, die ich sonst nie erlebt hätte. So saß ich einmal an der schweizerisch-deutschen Grenze fest. Mein Imkerkollege erzählte dem Grenzpolizisten wahrheitsgemäß, dass wir auf Winterei-Suche seien. Nach einem kurzen, verständnislosen Blick sagte der Polizist: „Kofferraum öffnen.“ Der war prall gefüllt mit Tannen- und Fichtenzweigen. Auf die Frage, was das sei, erklärten wir, dass die Zweige voller Lauseier seien. Daraufhin hatte der Polizist die Furcht, dass wir das „Ungeziefer“ in der Schweiz rauswerfen. Ich weiß bis heute nicht, ob er uns geglaubt hat, dass sich Schweizer Waldtrachtimker sicher über die Eier gefreut hätten. Mit Verspätung trafen wir bei der Wintereisuche ein. Beim gemeinsamen Untersuchen der Zweige unzähliger Waldtracht-Regionen freuten wir uns über jedes Ei. Denn mehr Eier bedeuten mehr Läuse, mehr Honigtau, mehr Waldhonig. So schätzen Imker für die kommende Saison gute Waldtrachtregionen ein.

Doch was geschieht mit unseren Honigtauerzeugern, wenn es keine Fichten und Tannen mehr gibt? Wenn sich das Springkraut in den Wäldern verbreitet, von dem die Bienen Nektar sammeln? In diesem Heft erfahren Sie, was für Möglichkeiten bleiben. Außerdem erhalten Sie Tipps zur erfolgreichen Waldhonig-Ernte und wie Sie sich dem Lausbeobachter-Netzwerk anschließen können.

Ich wünsche Ihnen ein lausiges Frühjahr!

Ihre Victoria Seeburger