Das aktuelle Heft – bienen&natur 01/2023

bienen&natur erscheint am 28.12.2022

Beutenklima

Von der Höhle im Baum zur Zarge mit Klimadeckel: Wir machen uns viele Gedanken um unseren Bienenstand, Beuten und Völker. Bienen benötigen die richtige Temperatur und Luftfeuchte, um sich optimal zu entwickeln. Produkte, die den Bienen dabei helfen sollen, gibt es viele. Doch sind nun Holz- oder Styroporbeuten besser geeignet? Nützen Klimadeckel etwas? Oder das Schieden mit und ohne Dämmstoff? Und sollten wir den Boden nun offen oder geschlossen halten, hoch oder flach? In dieser Ausgabe von bienen&natur stellen wir die speziellen Umbauten vor und fassen zusammen, was den Klimahaushalt der Bienen wirklich erleichtert.

Lesen Sie ab dem 28.12.2022 die Meinung von Lutz Eggert, unserem Monatsbetrachter des Jahres 2022, zum Thema „Beutenklima – komplexe Lösungsansätze“ – in unserem Digitalmagazin.

Monatsbetrachtung: Für Einsteiger, Fortgeschrittene und Multiplikatoren

Unser neuer Monatsbetrachter, Fachberater Bruno Binder-Köllhofer, stellt in seinem ersten Beitrag ein Konzept vor, wie er die unterschiedlichen Zielgruppen mit seinen Monatsbetrachtungen in diesem Jahr ansprechen wird.

Unterschiedliche Kenntnisse und Fertigkeiten von Teilnehmern von Kursen oder Vorträgen, aber auch bei Lesern von Fachartikeln erfordern eine den verschiedenen Zielgruppen angepasste Wissensvermittlung. Während sich die einen häufig überfordert fühlen, sind andere mehr oder weniger gelangweilt.

Daher habe ich meine diesjährigen Beiträge in der Rubrik „Imkern übers Jahr“ in drei Kategorien eingeteilt: Für alle Einsteiger läuft es unter dem Motto „So starten Sie durch“, also mit Inhalten zur Anfängerschulung. Darüber hinaus möchte ich mit „So imkere ich“ einen Einblick in meine Imkerei geben. Da ich durch meine langjährige Tätigkeit am Bieneninstitut in Kirchhain viele Kursleiter aus den Vereinen geschult habe, möchte ich auch dieser Gruppe mit „So bringt man’s rüber“ einige meiner Erfahrungen vermitteln. Damit Sie sich orientieren können und immer wissen, wer gerade angesprochen werden soll, haben wir die drei Kategorien deutlich mit der jeweiligen Überschrift gekennzeichnet.

Wie umgehen mit Vespa velutina?

bienen&natur-Leser Helmut Grieser aus 79100 Freiburg berichtet über die Asiatische Hornisse Vespa velutina nigrithorax: „Ich habe einen französischen Imker im südlichen Burgund kennengelernt und konnte ihm bei seiner Arbeit am Bienenstand über die Schulter sehen. Natürlich haben wir uns auch über unsere imkerlichen Erfahrungen ausgetauscht. Sein größtes Problem sind derzeit die Asiatischen Hornissen. Sie lauern vor dem Bienenstand und fangen die zurückkehrenden Bienen ab, um sie an ihre Brut zu verfüttern. Seine Bienen hatten keine Chance, sie trauten sich kaum noch wegzufliegen, um für ihre Brut Futter zu sammeln. Leider ließ sich das Hornissennest nicht ausfindig machen. Mich würde interessieren, ob Imkerinnen und Imker auch in Deutschland schon Erfahrungen mit der Vespa velutina gemacht haben und wie sie sich schützen.“

Der erste deutsche Fund von Vespa velutina nigrithorax wurde vor einigen Jahren bei Kandel i.d. Pfalz gemacht. Seither wurden im Raum Karlsruhe immer wieder neue Standorte entdeckt. Zwischenzeitlich wurden so viele Asiatische Hornissen beobachtet, dass man den gesamten südwestdeutschen Raum als Verbreitungsgebiet der schwarzen Hornisse ansehen kann. Aber selbst in Norddeutschland ist man schon fündig geworden. Die Telemetrie ist eine sehr diffizile Technik, die nur von wenigen Spezialisten durchgeführt werden kann. Die Frage ist, ob sich beim momentanen Vorkommen von Vespa velutina eine Ausbreitung überhaupt noch aufhalten lässt. Lesen Sie ab dem 28.12.2022 in bienen&natur mehr dazu: Wie umgehen mit Vespa velutina?

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Editorial aus dem Januar-Heft von bienen&natur

Herausgeber Dr. Jürgen Schwenkel
Herausgeber Dr. Jürgen Schwenkel

Vom Bien her denken!

Zuallererst wünsche ich Ihnen allen einen guten Start ins neue Jahr. Bleiben Sie gesund und freuen Sie sich auf eine Saison mit schönen Stunden bei und mit Ihren Bienen.

Den Grundstein dafür haben Sie ja schon gelegt, wenn Sie in den letzten Tagen des alten Jahres die Winterbehandlung erfolgreich durchgeführt haben. Vielleicht kam Ihnen dabei auch der Gedanke, wie faszinierend es doch ist, dass sich diese vielen kleinen Insekten nun in der Eiseskälte zu einer „Traube“ zusammengezogen haben. Wenn der Futtervorrat reicht und die Bienengemeinschaft nicht zu klein ist, schafft es das Volk, der Bien! Oder sollten wir korrekterweise „die Bien“ sagen? Schließlich sind gerade nur weibliche Tiere im Volk. Jedenfalls kann sich dieser „Organismus“ durch Muskelzittern genügend wärmen und in der Kälte durch enges Zusammenrücken überleben.

Sicher haben Sie schon einmal an der Beute nach dem Abnehmen des Deckels und vor dem Träufeln die Hand oben aufgelegt. Das Lebenszeichen „Wärme“ lässt sich dabei deutlich erspüren. Mein Imkerkollege Michael Dezulian hat dies am 22. November, also noch vor der Frostperiode, mit einer Wärmebildkamera festgehalten. Wie die hellgelbe Farbe im Zentrum der Wintertraube zeigt, scheint das Volk zu dieser Zeit noch Brut gewärmt zu haben.

Blick ins aktuelle Heft

Vielleicht haben Sie sich, wie der Architekt und Designer Peter Linser in seinem Beitrag auf Seite 13 ff., beim Anblick eines Wintervolkes auch schon gefragt, ob wir den Bienen das Überleben gerade im Winter nicht vereinfachen müssten, indem wir unsere Beuten, ähnlich wie unsere Wohnungen, besser dämmen. Daher haben wir zum Titelthema „Beutenklima“ gleich weitere Meinungen eingeholt. Wie meist in der Imkerei, gibt es auch hier keine eindeutige und einzige Wahrheit. Dies zeigen die Ausführungen der naturwissenschaftlich-imkerlichen Sicht von Dr. Wolfgang Ritter und Ute Schneider-Ritter (Seite 16 ff.) ebenso wie der Meinungsbeitrag von Lutz Eggert (Seite 32).

Für mich wird dabei – wieder einmal – deutlich: Wir dürfen weniger von uns ausgehen, sondern müssen immer versuchen, vom Bien her zu denken! Diesen Anspruch dürfen wir nicht aufgeben. Freuen Sie sich nun auf die Lektüre unseres ersten Hefts des Jahres 2023, das neben obigem Winterthema im Verbandsteil von überaus lebendigen Imkereistrukturen mit unglaublich vielen Treffen und Bildungsangeboten im ganzen Land zeugt. Die Pandemie hat uns zugesetzt, keine Frage, aber wir bleiben zuversichtlich, und es geht voran. Die Imkerei lässt sich nicht unterkriegen, wir haben die Natur auf unserer Seite.

Ihr

Jürgen Schwenkel