Das aktuelle Heft – bienen&natur 12/2021

erscheint am 26.11.2021

Honigkreationen

Von Gewürzen über Früchte, Schokolade oder Kaffeebohnen kann alles im Honig verrührt werden. Solche Honigkreationen sind im Trend und überzeugen doch nicht alle Imker gleichermaßen. Berufsimker Marcel Willared sieht sie als eine Möglichkeit, sich kreativ auszuleben und beim Kunden für neue Geschmackserlebnisse zu sorgen. Er stellt seine Kreationen vor und verrät sogar einige seiner liebsten Rezepte.

Dr. Marc-Wilhelm Kohfink stammt aus einer Imker- und Konditorenfamilie. Der studierte Historiker und ausgebildete Journalist führt eine Imkerei mit rund 120 Völkern. Zu seinen Hobbys gehört seit Kindertagen die Lebkuchenbäckerei. In bienen&natur 12/2021 erzählt er von der krisenreichen On-and-Off-Beziehung zwischen Honig und Gebäck, die bereits 4500 Jahre zurückreicht. Auch in diesem Beitrag dürfen leckere Rezepte nicht fehlen. Unter anderem für Dominosteine.

Unsere Autorin und Fachfrau für rechtliche Themen, Raphaela Weber, liefert die gesetzliche Zutatenliste für Honigkreationen und erklärt, welche Angaben auf das Etikett müssen. Hier gibt es ganz konkrete Vorgaben, was besonders für Menschen mit Unverträglichkeiten oder Allergien wichtig ist.

Honig-Sommelier Michael Slaby verrät, was für ihn bei der Entwicklung seiner Kreationen „BeeZaubern“ im Mittelpunkt stand und worauf man bei eigenen Rezepten achten sollte.

Zum Interview mit Michael Slaby: „Beim Honig überwanden wir die Süße“

Monatsbetrachtung: Das Bienenjahr im Rückblick

Zum Abschluss des Bienenjahres fasst Monatsbetrachter Martin Gabel seine imkerlichen Orientierungshilfen und Stationen des Jahres noch einmal zusammen.

  • Winterruhe und Vorbereitung: Arbeitsschwerpunkt liegt im Winter vor allem in Lager, Werkstatt und Honigküche. Hier gilt es nun, die kommende Saison zu planen und vorzubereiten. An den Völkern selbst stehen nun nur noch die gelegentlichen Standkontrollen auf Schäden durch Sturm oder Tiere an – bei Bedarf noch eine Träufelbehandlung mit Oxalsäurelösung gegen die Varroamilbe…
  • Frühjahrserwachen und Schwarmzeit: Bei wärmeren Temperaturen steht nun eine genauere Frühjahrsdurchsicht an. Jetzt heißt es, genügend Raum für Brut und Honig zu geben und den Schwarmtrieb im Auge zu behalten. Gerade bei einem verregneten Frühjahr, wie es in der Saison 2021 vielerorts zu verzeichnen war, sollte man dabei aber auch den Futterbedarf nicht vergessen…
  • Sommerzeit – Honigernte und Ablegerpflege: Auch im Hochsommer stehen bei entsprechender Witterung noch ergiebige Nektar- und Honigtautrachten ins Haus. Daher wird der Platzbedarf der Völker weiterhin beobachtet und bei Bedarf mit zusätzlichen Honigräumen erweitert. Auch die Schwarmkontrollen finden weiterhin statt…
  • Varroabehandlung und Einwinterung im Spätsommer: Nach der Honigernte müssen wir uns wieder einmal um die beiden Hauptgefährdungen unserer Völker kümmern und für einen ausreichenden Futtervorrat sowie eine vertretbare Milbenlast sorgen…
  • Letzte Arbeiten im Herbst: Wenn die Nächte kälter werden, sollten die Beuten langsam winterfest gemacht werden…

Wieso lagern die Bienen Pollen im Honigraum?

bienen&natur-Leser Rainer Matzke, 85551 Kirchheim, stellte im August 2019 folgende Frage: Honigwaben, in denen Pollen eingelagert wurde, hebe ich nicht für das nächste Jahr auf. Einmal zieht der Pollen Wachsmotten an, und er ist, wegen des Eiweißes, schnell verderblich. Einzelne, mit Pollen gefüllte Zellen im Honigraum kommen wohl immer vor. Manchmal legen die Bienen aber richtige Pollenlager in den Honigräumen an. Lässt sich dies vermeiden? Ich imkere mit Carnica, angepasstem Brutraum mit 5-7 Rähmchen inklusive Drohnenrahmen im Brutraum, auf Zadant und Dadant und mit Absperrgitter. Pollenbretter entnehme ich, manchmal ersetze ich sie durch Leerwaben, manchmal nicht. Für die Polleneinlagerung im Honigraum konnte ich hier keinen Zusammenhang herstellen. Die Bienen hätten im Brutraum noch genug Platz für Pollen. Ähnliches konnte ich früher auch bei der Betriebsweise mit zweigeteiltem Brutraum und Honigraum über Absperrgitter beobachten.

Auf diese Frage antworten bei uns im Heft einige staatliche Fachberater für Imkerei/Bienenzucht.

Zum Beitrag: „Pollen im Honigraum? Mögliche Ursachen“

Weitere Themen im Dezember-Heft:

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Editorial aus dem Dezember-Heft von bienen&natur

Boris Bücheler, Chefredakteur bienen&natur
Boris Bücheler, Chefredakteur bienen&natur

2022 kann ja nur besser werden!

Das Jahr trudelt gerade etwas aus – zum Glück, werden viele Imker denken. Denn 2021 war besonders: Das Frühjahr war kalt, nass und verregnet. Vor allem in Süddeutschland konnten wir im Mai nicht mal ans Schleudern denken, sondern mussten die Bienen notfüttern. Zum Dank reagierten die Anfang Juni dann mit extremer Schwarmlust. Auch im Sommer war ich eher frustriert als euphorisch, als es uns sowohl die Edelkastanien- als auch die Lindentracht verregnete. Und das bisschen Honig, das aus der Schleuder rann, war auch eher zu nass als zu trocken…

Doch vielleicht brauchen wir Imker auch mal solch schlechte Jahre, um die guten wieder mehr wertschätzen zu können. In anderen Jahren hatte ich im Herbst oft eine gewisse Bienen-Müdigkeit und hoffte, dass sich der Winter noch etwas ziehen würde. Das ist dieses Jahr definitiv anders: Ich bin jetzt schon voll motiviert und kann es kaum erwarten, im Frühjahr in die neue Saison zu starten. Möge uns diese Vorfreude durch den Winter tragen – 2022 kann ja nur besser werden!

Auf der Grünen Woche in Berlin vor zwei Jahren nahm ich bei internationalen Ausstellern erstmals einen Trend wahr: Honigkreationen, also Honig mit Zusätzen. In Erinnerung geblieben ist mir ein Start-up aus Litauen: Zwei junge Kerle, die selbst nicht imkerten, aber den Honig mit Pistazien, Aprikosen oder Karamell verfeinerten. Abgefüllt war der Honig in Einmachgläschen mit goldenen Bügelchen, darauf ein Etikett, das genauso gut auf einem Rasierwasser hätte kleben können. In arabischen Ländern, wohin sie die Gläser exportieren, würde etwas Kitsch gut ankommen, meinten die beiden Jungs – und die Gewinnmarge sei auch super. Purer Honig sei hingegen zu langweilig, man müsse den Kunden dort etwas Besonderes bieten. Die Honigkreationen mundeten mir gut, auch wenn sie teils mehr nach Marmelade oder Nutella als nach Honig schmeckten.

Mittlerweile sieht man Honigkreationen auch bei uns immer öfter. Ich freue mich, dass mit Marcel Willared und Michael Slaby zwei Imker ab Seite 22 ihre Erfahrungen und Motivationen teilen, die sehr unterschiedlich sind. Doch man spürt bei beiden, dass sie den Honig genauso lieben wie andere Imker und mit ihren Kreationen innovativ sein und die Imkerei so breiter fächern wollen.

Auch ich war anfangs skeptisch, ob es die Veredelungen denn unbedingt braucht. Mittlerweile will ich es aber selbst mal ausprobieren: Vielleicht nächstes Jahr als Weihnachtsgeschenk für die Honigkunden in kleinen Gläschen?

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete und besinnliche Weihnachtszeit!

Ihr Boris Bücheler