Das aktuelle Heft – bienen&natur 02/2022

erscheint am 28.01.2022

Beutenvielvalt

Nichts wird wahrscheinlich häufiger und intensiver in Imkerkreisen diskutiert als die Frage nach der „besten Beute“ und dem „idealsten Rähmchenmaß“. Man sagt auch: Jedes Land hat seinen eigenen Beutentyp, nur Deutschland hat hunderte. Aber auch hier gibt es einen Spitzenreiter: die Magazinbeute. Von Dadant, Langstroth, Deutsch-Normalmaß bis Zander. Im Norden setzen die Imker auf Kunststoff, im Süden auf Holz. Doch was passt am besten zu mir? Armin Spürgin imkert in Zander und zweiräumigem Brutraum, Adelheid Maria Klein in Dadant und einräumigem Brutraum. Die beiden erklären, wo sie die Vor- und Nachteile ihrer Betriebsweise sehen. Und dann gibt es natürlich auch noch alternative Beutenformen: den Weißenseifener Hängekorb (Sun Hive) beispielsweise.

Zum Beitrag von Adelheid Maria Klein und Armin Spürgin: Ein- oder zweiräumiger Brutraum?

Monatsbetrachtung: Königinnen-Selektion und Notizen

Aufzeichnungen und Notizen sind das A und O bei der Königinnen-Selektion. Beobachten und „Lesen“ der Bienen ist äußerst spannend. Bei der Vielzahl an Informationen ist es unerlässlich, sich Notizen zu machen. Die Daten benötigt Lutz Eggert in klar verständlicher Form und auswertbarer Übersicht. Ein binäres System auf seinen Stockkarten bietet ihm

zwei Zahlen zur Beurteilung: ja (=1) nein (=0). Wo nichts steht, hat er gedanklich den Wert „nicht erwähnt“, und damit eine Unterscheidung in drei Untergruppen. Denn keine Erwähnung eines Selektionsmerkmals ist natürlich auch eine Information für die Dokumentation des Volkes. Die Eigenschaften, die ein Bienenvolk am Leben und gesund erhalten, hält Eggert für die ausschlaggebendsten. Charaktermerkmale wie Sanftmut oder Schwarmträgheit sind relativ zügig erbfest zu gestalten. Sie sind wichtige betriebstechnische

Eigenschaften, die die Arbeit mit den Bienen erleichtern und Eingriffe und damit Störungen ersparen. Lutz Eggert nutzt seinen Beitrag auch für einen Gedankenanstoß über Zuchtmerkmale und den Begriff der Rasse.

Hat das Volk eine intakte Königin?

Wintervolk hat keine Brut. Was ist zu tun?

bienen&natur-Leser Hans Jürgen Rettig, 76703 Kraichtal, stellte im Dezember 2021 die Frage: Es kommt ja immer wieder vor, dass ein Volk still umweiselt und dann mit einer unbegatteten Königin in den Winter geht. In meinem Fall geht es darum, dass ich bei der Durchsicht meiner Völker im Herbst bei allen außer einem noch Brut gefunden habe. Natürlich kann das Volk durchgesiebt werden, um die Königin zu finden. Aber das wollte ich den Bienen ersparen. Nun verhält sich das Volk ohne Brut kaum anders als die übrigen. Sie fliegen und sammeln Pollen. Gibt es Erkenntnisse darüber, wie ich ohne viel Umstand erkennen kann, ob eine Weisel im Volk ist?

Antworten auf diese Frage gibt’s bei uns im Heft und im Digitalmagazin: „Hat das Volk eine intakte Königin?“

Weitere Themen im Februar-Heft:

  • Bienengesundheit: Wärme gegen Varroa – Teil 1 einer 4-teiligen Serie zu chemiefreier Imkerei mittels Hyperthermie
  • Recht: Auswirkungen der Umsatzsteuersenkung
  • Forschung: Beetle Banks – Mehr Vielfalt auf dem Acker

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Editorial aus dem Februar-Heft von bienen&natur

Gilbert Brockmann, freier Mitarbeiter der Redaktion bienen&natur
Gilbert Brockmann, freier Mitarbeiter der Redaktion bienen&natur

Biene und Beute

Sonne, 20 Grad, die Bienen fliegen. Ja und? Aber das war um den 1. Januar 2022, auf Sonneninseln im Südwesten bis Bayern. Nach dem Wetter-Hickhack des vergangenen Jahres durchaus besorgniserregend. Denn bis Mitte November gab es Kondenswasser unter den Abdeckfolien, das bedeutet Brut. Dr. Otten, Leiter des Fachzentrums Bienen und Imkerei (FBI) in Mayen sieht die Winterverluste des Folgejahres auch auf Basis der Monate voraus, in denen die Bienenvölker im Vorjahr in Brut waren. Somit dürfte der frühe Start ins Bienenjahr 2021 und die Brut bis fast zum Ende des Jahres für die jetzige Überwinterung nicht nur Gutes verheißen. Aber wir hoffen für die Bienen bis zuletzt! Die Beuten sehen jedenfalls von außen aus wie immer. Was innen los ist, wissen wir erst im Frühjahr.

Auch wenn sich die Überfülle der Rähmchenmaße und Beutensysteme über die Jahrzehnte verringert hat, kann einen als Anfänger ihre Vielzahl schon verwirren. Für welche Beute, welche Betriebsart sollte man sich entscheiden? Immerhin geht es auch um Investitionen, die sich nicht so schnell wieder umkehren lassen. Im Beitrag „Licht im Beutenwirrwarr“ finden Sie eine Übersicht, mit einer klaren Empfehlung für die Magazinbeute, S. 22. Die regionale Verteilung der Beutenarten in Deutschland hat Dr. Otten vom FBI mittels einer großangelegten Imkerbefragung untersucht, S. 20. Und ob man „besser“ mit einem (angepassten) Brutraum imkert oder mit zwei Brutzargen, stellen Adelheid Maria Klein und Armin Spürgin einander gegenüber, ab S. 16.

Imker und Imkerinnen begegnen den Bienen auf vielfältige Weise. Mal gefühlsbetont, mal mit schwerer Technik (was sich nicht ausschließen muss), mal mit pädagogischer Absicht und mal, um unsere Umwelt mit allen Lebensgrundlagen zu bewahren. Für alles gibt es Motive, Verfahrensweisen und Beuten. Ich glaube ja, dass die Beutenwahl oft auch emotional getroffen wird, das darf man nicht geringschätzen. Toleranz ist angesagt, gegenüber anderen Imkern und Imkerinnen, aber auch gegenüber Bienen und Beuten der anderen.

Nun wünsche ich Ihnen eine freudige Erwartung, aber auch Geduld, bis Ihre Bienen wieder fliegen!

Ihr Gilbert Brockmann