Das aktuelle Heft – bienen&natur 09/2021

erscheint am 27.08.2021

Rückenschonend imkern

Haben Sie sich schon einmal überlegt, wie oft Sie sich bei der Völkerdurchsicht bücken? Müssen Sie dabei noch schwere Zargen hochheben, geht das umso mehr „übers Kreuz“! Auch eine längere gebückte Haltung über dem Volk ist ungesund. Die einseitige Belastung drückt auf die Bandscheiben der Wirbelsäule, sodass sich diese bei manch einem „verabschieden“. Wir zeigen, wie man richtig hebt, trägt und absetzt. Mit ein paar Tricks können Sie Ihren Rücken schonen und viel Kraft sparen. Außerdem stellen wir Ihnen einige Gerätschaften vor, die das Imkern erleichtern.

Zum Beitrag: „Imkern ohne Reue“

Monatsbetrachtung: Letzte Handgriffe vor dem Winter

Sind die letzten Futtergeschirre und ausgeschleckten Honigwaben von den Völkern genommen, können Herbst und Winter kommen. Auch wenn ein Großteil der Arbeit schon in den letzten Wochen erfolgt sein sollte, lohnt es sich, Futtervorrat und Milbenfall weiterhin im Auge zu behalten, damit Räuberei oder Reinvasion uns nicht doch noch einen Strich durch die Rechnung machen. Meist bietet der September noch genug warme Tage, um im Notfall mit einer gezielten Fütterung oder Ameisensäurebehandlung das Ruder herumzureißen. Martin Gabel weiselt seine Völker schon früher im Zuge der biotechnischen Varroabehandlung um, wer jedoch mit Ameisensäurepräparaten arbeitet, kann die alte Königin bei Bedarf auch jetzt nach der letzten Behandlung gegen eine neue Nachfolgerin auswechseln.

Tipps zur Varroabehandlung mit Thymol: Thymol: Bienen gegen die Varroamilbe behandeln

Melezitosehonig doppelt ernten?

Bei Melezitosetracht wird der Honig bereits in den Waben hart. Imker nennen ihn deshalb auch Zementhonig. Wissenschaftler haben nun getestet, ob es sinnvoll ist, den Melezitosehonig zu schmelzen, den Bienen erneut zu füttern und dann wieder zu ernten. Lohnt sich der Aufwand für einen zweiten Durchgang?

Weitere Themen im August-Heft:

  • Hygiene: Wie hält man Rähmchen und Zargen sauber und keimfrei?
  • Abwehr: So organisieren Honigbienen die kollektive Verteidigung ihres Volks
  • Rezept: Meerrettich-Honig-Senf

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Editorial aus dem September-Heft von bienen&natur

Janine Fritsch, Redakteurin bienen&natur
Janine Fritsch, Redakteurin bienen&natur

Von Achtsamkeit, Schatten und Licht

„Kannst Du mich bitte kurz mal einrenken?“ Diesen Satz kennt mein Mann zu gut, vor allem im Sommer, wenn ich häufiger schwere Brut- oder Honigräume anhebe. Dann knackst er mein Rückgrat abends durch und morgens geht’s mir gleich wieder besser. Seit letztem Jahr habe ich noch etwas für mich entdeckt: Yoga! Hilft sozusagen gegen „Imkerrücken“. Während mein Freundeskreis schon seit Jahren auf das intensive Dehnen, Drehen und Atmen schwört, kam ich erst im letzten Herbst darauf, als mir das Dauer-Homeoffice das regelmäßige Radlfahren ins Büro stahl. Mittlerweile schwöre ich auf meine tägliche halbe Stunde. Sie hat mir viel mehr Muskelkraft und Beweglichkeit gebracht. Aber dazu kam noch etwas: Mehr Achtsamkeit darauf, wie ich meinen Körper gebrauche und was ich ihm zumuten kann.

Das bringt mich wieder zu den Bienen: Mehr Achtsamkeit auch beim Imkern, tut nicht nur mir, sondern auch den Tieren gut. Schon ein paar kleine Helferlein, wie Abstellflächen in Hüfthöhe, Trittstufen oder einfach genug Platz zum Bewegen zwischen den Beuten, und man spart sich schweres Wuchten und langes Halten. Das schont den Rücken und vielleicht das Leben so mancher nicht versehentlich eingequetschter Biene. In diesem Heft erinnern wir deshalb an einfache, aber oft vergessene Hilfsmittel, Tricks und Bewegungsabläufe für ergonomisches, rückenschonendes Arbeiten. Das gilt übrigens nicht nur für kleine Frauen, sondern für Jeder-Mann.

Unter das Thema Achtsamkeit fällt für mich auch unser Umgang mit Licht. Als Kind lag ich nachts oft auf der Dachterrasse unseres Ferienhauses, beobachtete die Milchstraße und lernte Sternbilder. Sternschnuppen waren die abendliche Regel, heute sind sie die Ausnahme. Eine der Schattenseiten unseres Lichtkonsums. Warum der nicht nur Sternbilder frisst, sondern auch eine Lebensgefahr für Insekten darstellt und warum in Fulda jetzt wieder astronomische Sternenstadtspaziergänge angeboten werden können, erfahren Sie in bienen&natur 09/2021 auf Seite 36. In diesem Sinne: „Licht aus und Spot an“ auf unsere Bienen.

Ihre Janine Fritsch