28. August 2023

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Umgarnt und umstritten: Wie schädlich ist der Schmetterlingsflieder?

Schmetterlinge fliegen auf ihn. Aber der Schmetterlingsflieder hat einen schlechten Ruf. Wie problematisch ist der Schmetterlingsmagnet und ist sein Nektar wirklich schädlich?

In vielen Gärten stehen mittlerweile Schmetterlingsflieder (Buddleja davidii). Wenn der Zierstrauch in der Blüte steht, ist er umschwärmt von zahlreichen Schmetterlingen – daher der Name. Ursprünglich stammt der Schmetterlingsflieder aus China und kam als Zierpflanze in Europas Gärten. Auch in freier Natur hat sich der Neophyt schnell etabliert und breitet sich immer mehr aus, denn er ist sehr vermehrungsfreudig. Deshalb ist der Schmetterlingsflieder, auch Sommerflieder genannt, umstritten. Außerdem soll der Nektar Schmetterlinge süchtig machen. Aber nicht nur Schmetterlinge fliegen auf die farbenfrohen Blüten – auch für Bienen ist die Pflanze äußerst attraktiv.

Schmetterlingsflieder breitet sich schnell aus

Ein einziger Schmetterlingsflieder produziert etwa 3 Millionen Samen. Sie sind federleicht und verteilen sich über weite Strecken mit dem Wind. Zudem sind die Samen bis zu 40 Jahre lang im Boden keimfähig. Deshalb hat der Strauch sich schnell vom Garten in der Natur fortgepflanzt und verdrängt jetzt mancherorts heimische Wildpflanzen. Laut Naturschutzbund NABU trägt der Sommerflieder dazu bei, die Artenvielfalt zu reduzieren.

Schmetterlingsflieder locken mit ihren lila Blüten Schmetterlinge und Bienen.
Schmetterlingsflieder locken mit ihren lila Blüten Schmetterlinge und Bienen.

Sommerflieder rechtzeitig schneiden

Wer einen Schmetterlingsflieder im Garten hat, muss diesen jedoch nicht sofort ausreißen. Wichtig sei nur, dass man der Ausbreitung entgegenwirkt, indem man die Blütenstände kurz nach der Blüte entfernt, bevor sich Samen bilden, empfiehlt der NABU. Wer jedoch einen neuen Zierstrauch im Garten pflanzen möchte, sollte lieber zu Alternativen greifen. Es gibt mittlerweile auch Züchtungen, die sich nicht mehr per Aussamung fortpflanzen können. Insbesondere in naturnahen Gärten sollte der Sommerflieder nicht gepflanzt werden.

Schmetterlingsflieder: Ist der Nektar schädlich?

Ob Admiral, Tagpfauenauge oder Zitronenfalter - der Schmetterlingsflieder zieht Schmetterlinge magisch an. Sein Nektar soll die Falter regelrecht süchtig machen. Er soll nikotinähnliche Stoffe enthalten und die Schmetterlinge betrunken machen, behaupten Kritiker. Sie würden dadurch leichte Beute werden. Laut NABU beruht dieser Vorwurf auf keiner wissenschaftlichen Grundlage. Es gäbe dazu keine wissenschaftlichen Studien.

„Trotz seiner invasiven Ausbreitung bietet der Schmetterlingsflieder dennoch eine wertvolle Nahrungsquelle für vorrangig langrüsslige Bestäuber, die wiederum Fledermäuse und Vögel anlocken“, schreibt NABU auf seiner Seite.

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Alternativen zum Schmetterlingsflieder

Wer Schmetterlinge im Garten haben möchte, muss auch keinen Schmetterlingsflieder pflanzen. Es gibt viele Blühpflanzen, die ein reiches Nektarangebot für Schmetterlinge bieten. Zum Beispiel bietet eine Wildblumenwiese eine reiche Nektarbar für Falter. Außerdem sollte man auch an Futterpflanzen für die Schmetterlingsraupen denken. Wer Brennnessel, Fetthenne, Fenchel und Thymian im Garten hat, wird irgendwann mit Schmetterlingsbesuch belohnt, denn damit finden auch deren Raupen Nahrung, die sich schließlich vor Ort verpuppen.

Der Beitrag „Schmetterlingsflieder: Wie schädlich ist der Blühstrauch?“ ist zuerst erschienen bei kraut&rüben.